Invasive Arten, also vom Menschen eingeschleppte Tier- und Pflanzenarten, sind offenbar viel schädlicher als bislang angenommen. Eine neue Studie zeigt, dass die sogenannten Neobiota so viel Schaden anrichten wie Hochwasser, Dürren, Stürme, Erdbeben und andere Naturkatastrophen. Zudem steigen die weltweit von invasiven Arten verursachten Kosten rasant an. Untersucht wurde dieser Sachverhalt von einem internationalen Forschungsteam mit Beteiligung der Universität Wien und des Senckenberg-Forschungsinstituts und Naturmuseums Frankfurt. Den Wissenschaftlern zufolge werden immer mehr Tiere und Pflanzen von Menschen aus ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet verschleppt, bewusst und unbewusst. Viele davon blieben harmlos, aber andere hätten massive Auswirkungen. Sie verdrängten heimische Arten, würden Krankheiten übertragen und seien für Ernteausfälle in der Land- und Forstwirtschaft verantwortlich. In Mitteleuropa gehörten dazu beispielsweise der Maiswurzelbohrer, der gefährlichste Schädling im Maisanbau, sowie die Varroamilbe, die bei Imkern gefürchtet ist. Die Kosten, die invasive Arten durch Schäden wie Ernteausfälle, Krankheiten und Bekämpfungsmaßnahmen weltweit verursachten, seien höher als die durch andere Umweltkatastrophen entstehenden Kosten, so das Ergebnis der Studie. Sie würden nur durch die Schadensbilanzen von Stürmen übertroffen.