Irische Milchbauern wollen nicht Schuld sein

Die irischen Milchbauern haben nach eigener Überzeugung keine Schuld an der aktuellen Milchpreiskrise. Nach Ansicht des Präsidenten des irischen Milchbauernverbandes (ICMSA), John Comer, sahen sich die Bauern vielmehr gezwungen, mehr Milch zu produzieren, um weiterhin Einkommen zu erzielen.

Comer reagierte mit dieser Feststellung in der vergangenen Woche auf die Forderung von EU-Agrarkommissar Phil Hogan, dass die Landwirte ihrer Mitverantwortung bei der Schaffung eines Gleichgewichtes am Milchmarkt gerecht werden müssten. Der ICMSA-Präsident wies da­rauf hin, dass die Erzeugermilchpreise seit Anfang 2014 um 40 % gesunken seien, während sich die Milchprodukte für die Verbraucher nur um 2 % verbilligt hätten. „Die Gewinnmarge der Landwirte ist von den stärkeren Gliedern in der Vermarktungskette aufgefressen worden“, beklagte Comer gegenüber der Tageszeitung „Irish Independent“. Er geht davon aus, dass die Erzeugerpreise auch den Rest des Jahres unter den Produktionskosten von 28 Cent pro Liter Milch liegen werden. Deshalb forderte der Milchbauernpräsident Landwirtschaftsminister Michael Creed erneut dazu auf, ein freiwilliges Angebotssenkungsprogramm zu unterstützen. In dessen Rahmen sollten die Landwirte für jeden Liter nicht erzeugte Milch bezogen auf die betriebsindividuelle Produktionsmenge im Basisjahr 2015 etwa 10 Cent erhalten.