Die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) hat die beabsichtigte Errichtung einer EU-Tierschutzplattform begrüßt. Wie die ISN am vergangenen Freitag betonte, könnte auf dieser Ebene die Kontrolle und Durchsetzung der geltenden EU-Rechtsvorschriften verbessert und damit Wettbewerbsverzerrung vermieden werden. In der Regel werde nämlich in Deutschland europäisches Recht sofort und kompromisslos umgesetzt, während man sich in anderen Ländern nur sehr gemächlich daran mache. Als Beispiel nannte die Interessenvertretung die EU-Richtlinie zur Umstellung auf die Gruppenhaltung von Sauen, die nach einer zwölfjährigen Übergangsfrist am 1. Januar 2013 in Kraft trat. Diese Anforderungen hätten aber nicht alle Mitgliedstaaten fristgerecht und vollständig umgesetzt. Die ISN sieht die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Schweinehaltung aktuell, insbesondere durch den Verzicht auf die betäubungslose Ferkelkastration bedroht, der in Deutschland ab 2019 gesetzlich vorgeschrieben ist. Hierzu gebe es in anderen EU-Mitgliedstaaten, wie den Niederlanden und Dänemark, nur freiwillige Vereinbarungen. Auch in diesem Fall würden die deutschen Ferkelerzeuger „die Dummen“ sein, wenn die Nachbarn problemlos ohne Betäubung kastrierte Ferkel liefern könnten. Ähnlich brisant sei die Situation beim diskutierten Verzicht auf das Kupieren von Ferkelschwänzen.