ISN warnt vor anhaltender „Aufgabewelle“

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Den Schweinehaltern und insbesondere den Sauenhaltern in Deutschland läuft die Zeit davon. Trotz der inzwischen wiedererlangten Rentabilität geben weiterhin zahlreiche Betriebe aufgrund der nach wie vor fehlenden Planungs-sicherheit und Perspektiven auf. Vor diesem Hintergrund mahnte der Geschäftsführer der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN), Dr. Torsten Staack, erneut einen „echten Dialog“ zwischen der Politik und der Branche an. Dabei gehe es um die konkrete Koordination mit allen Ressorts, die für den Umbau der Tierhaltung relevant seien, damit endlich wirksame und umsetzbare Lösungen für die Schweinehalter he­­rauskommen, erklärte Staack bei einem Pressegespräch in Münster. Der Geschäftsführer verwies auf die zahlreichen Regelungslücken. Diese machten es den Schweinehaltern derzeit nahezu unmöglich, Investitionsschritte vorzunehmen. Vor allem die Sauenhalter würden im Dunkeln gelassen. Hinzu komme, dass sich Regelungen und Förderprogramme widersprächen.

Staack warnte vor einer anhaltenden „Aufgabewelle“. Die ersten Ergebnisse der Mai-Viehzählung zeigten, dass schon wieder mehr als jeder zehnte Betrieb die Schweinehaltung innerhalb nur eines Jahres aufgegeben habe. Der Vorsitzende der ISN Heinrich Dierkes sprach von einem „großen Trauerspiel“. Für die Landwirte sei es „hoch frustrierend“. Dies gelte insbesondere für die Schweinehalter, die sich schon auf den Weg gemacht hätten. „Wir drehen momentan zwar sehr viel Geld, haben aber auch deutlich höhere Kosten“, skizzierte Dierkes die aktuelle Marktlage. Der ISN-Vorsitzende warnte mit Hinweis auf die hohen Kosten, dass es der deutschen Schweinehaltung wie der Textilindustrie gehen könnte. In Zukunft werde dann – wie heute bei den Textilien – Billigware aus dem Ausland importiert.