Die letzten Frühjahre waren, mit Ausnahme des Jahres 2021, mehrheitlich sehr trocken und der Krankheitsdruck in der Gerste meist verhalten. Eine Einfachbehandlung hat trotzdem häufig zu erkennbaren Mehrerträgen geführt und die Wirtschaftlichkeit verbessert. Krankheiten sollten deswegen auch in Situationen mit wenig Krankheitsdruck beobachtet und gezielt behandelt werden – vor allem Ramularia, meint Manuel Trometer, Landwirtschaftskammer NRW.
Durch den nassen und eher milden März sind die Böden zwar gut mit Wasser gesättigt worden, was in der nächsten Trockenphase von Vorteil sein wird, aber das hat auch einen Ausgangsbefall an Krankheiten gefördert. Dies ist zwar noch kein Grund zur Sorge, sollte jedoch mit in der Planung berücksichtigt werden.
Der meiste Mehltaubefall aus dem Herbst ist mit den älteren Blättern und kälteren Nachttemperaturen auf den meisten Schlägen verschwunden – besonders die kälteren Nächte mit leichtem Frost Anfang April waren hier sehr hilfreich, um das Wachstum frischer Mehltaupusteln auszubremsen. Es bleibt aber ein gewisser Ausgangsbefall bestehen, der sich bei sonnigen Temperaturen um 20 °C wieder vermehren kann. Anders als im Weizen ist Mehltau in der Gerste sicher zu bekämpfen und stellt bei einer gezielten Behandlung keine Probleme dar. Ein größeres Problem mit Mehltau in der Gerste ist somit nicht zu erwarten.
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