Endlich wieder lockere Gespräche mit den Besuchern führen und endlich wieder fundierte Informationen aus erster Hand erhalten. So oder so ähnlich war es häufig während der Messe Jagd & Hund vom 24. bis 29. Januar in Dortmund zu hören, die nach der Coronapandemie erstmalig wieder ihren gewohnten Platz hatte.
Sich im Grünen zu bewegen und Fleisch von Tieren zu essen, die in Freiheit aufwuchsen und von eigener Hand erlegt wurden, das liegt voll im Trend. Kein Wunder also, dass in Deutschland aktuell so viele Menschen zur Jagd gehen wie nie zuvor. Mehr als 400 000 Jagdscheininhaber gab es im vergangenen Jagdjahr. Das seien 28 % mehr als noch vor 30 Jahren, hat der Deutsche Jagdverband (DJV) ermittelt. Der Anteil der Frauen unter den Grünröcken liege bei etwa 11 %.
Besonders die rund 97 000 nordrhein-westfälischen Jägerinnen und Jäger dürfte das Bekenntnis ihrer Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen gefreut haben: „Für das Landwirtschafts- und Verbraucherschutzministerium ist ein harmonisches Miteinander von Wild und Wald ein zentrales Ziel. Wir wollen die Jägerschaft und unsere Waldeigentümer weiter unterstützen, denn sie alle leisten unverzichtbare Dienste für den Naturschutz, für die Wiederbewaldung und auch bei der Bekämpfung von Tierseuchen wie der Afrikanischen Schweinepest“, betonte die Ministerin im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung.
Enorme Unterstützung bei der Ansitzjagd auf Wildschweine bieten die Neuentwicklungen im Bereich der Jagdoptik – ein Schwerpunktthema auf der Messe Jagd & Hund. Vor allem durch die vom Gesetzgeber eingeräumten Möglichkeiten, Nachtsicht- und Wärmebildtechnik nicht allein zur Beobachtung, sondern auch im Jagdbetrieb einzusetzen, haben die Jagd auf die Schwarzkittel in den vergangenen Jahren sehr gefördert. Leider sind die gesetzlichen Vorgaben für den Einsatz der neuen Techniken zwischen den Bundesländern immer noch uneinheitlich.
So ganz hatte sich die Jagdbranche offenbar noch nicht wieder an die wiedergewonnenen Freiheiten nach der Pandemie gewöhnt. Denn im Vergleich zu den Messen in den Jahren 2019 und 2020 mit jeweils 82 000 Besuchern und Besucherinnen kamen in diesem Jahr etwa 70 000 Jagd- und Naturinteressierte. Dennoch waren 93 % der diesjährigen Aussteller mit dem Event zufrieden und planen ihre Teilnahme auch für die Jagd & Hund 2024. Von den diesjährigen Besucherinnen und Besuchern wollen 92 % im nächsten Jahr wiederkommen, hat die Messegesellschaft „Westfalenhallen Unternehmensgruppe GmbH“ mittels Umfrage ermittelt.
Annegret Keulen