Rund jeder dritte deutsche und französische Landwirt fühlt sich aufgrund von „Bauern-Bashing“ in seiner Arbeit demotiviert. Das geht aus den Umfrageergebnissen im Rahmen des „Zuversichtsbarometers“ der EU-Ausschüsse der Bauernverbände (COPA) und ländlichen Genossenschaften (COGECA) hervor. Demnach sehen sich die Bauern in den beiden bevölkerungsreichsten Mitgliedstaaten am stärksten kritisiert. Insgesamt wurden rund 2 500 Landwirte in Frankreich, Deutschland, Italien und Ungarn im ersten Quartal 2020 befragt. Dabei gaben von den italienischen und ungarischen Landwirten lediglich 12 % beziehungsweise sogar nur 4 % an, dass gesellschaftliche Kritik ihre Arbeitsmotivation reduziere. In Deutschland und Frankreich lagen die Werte dagegen bei 33 % und 31 %. In Deutschland, wo der Anteil der negativen Antworten vergleichsweise hoch ausfiel, gaben laut COPA und COCEGA 59 % der Befragten an, indirekt kritisiert worden zu sein, und 14 %, sie seien direkt kritisiert worden. Mehr als die Hälfte, nämlich 52 % erklärten, dass ihnen dies „zu schaffen mache“. Jeder zehnte Landwirt stellte der Umfrage zufolge fest, dass dies für ihn eine ernstzunehmende Sorge sei. Am stärksten unter Kritik leiden offenbar die Bauern in Frankreich. Dort fühlten sich 75 % indirekter Kritik und 26 % direkter Kritik ausgesetzt. Genau jeder zweite Befragte erklärte, dass sich dies auf seine Produktion ausgewirkt habe. Derweil erklärten in Italien 81 % der befragten Landwirte, dass sie keinerlei indirekte Kritik erfahren hätten. Zudem betonten laut COPA und COCEGA nahezu alle italienischen Umfrageteilnehmer, nämlich 99 %, dass sie nicht direkt kritisiert worden seien. In Ungarn waren es 94 %, während 58 % der dort teilnehmenden Landwirte angaben, nur sehr wenig indirekt kritisiert worden zu sein.