Der Berufsstand wehrt sich gegen den Vorwurf an die Milchviehhalter, ihre Bullenkälber nicht tiergerecht zu versorgen. „Wir Milchviehhalter sind uns der Verantwortung für jedes Kalb bewusst, sein Leben als Mitgeschöpf und sein Wohlbefinden wollen wir schützen.
Das zählt für uns zum Selbstverständnis unserer täglichen Arbeit“, betonte der Vizepräsident des Landvolks Niedersachsen, Albert Schulte to Brinke, am Dienstag vergangener Woche in Hannover. Das Nachrichtenmagazin „Panorama“ hatte am gleichen Tag über die Tötung männlicher Kälber kurz nach der Geburt in einigen Ländern, wie Großbritannien und Dänemark, berichtet. Grund dafür sei die finanzielle Belastung durch Jungrinder, deren Rasse auf Milchleistung gezüchtet worden sei. Auch in Deutschland machten Gerüchte zur Jungbullentötung die Runde, wozu es jedoch keine eindeutigen Belege gebe. Als Gegenbeweis zu dieser Aussage zog Schulte to Brinke Daten der Rinderbestandsmeldung heran, wonach die Sterblichkeit männlicher Kälber auf einem ähnlichen Niveau wie die weiblicher Tiere liege. Von den lebend geborenen Kälbern seien im vergangenen Jahr rund 7 % ausgeschieden, weil sie aufgrund unterschiedlichster Ursachen verendet seien. Das sei aus Sicht der Viehhalter, die ihre Jungtiere gesund heranwachsen sehen wollten, tragisch. Allerdings wird eine Kälbersterblichkeit von unter 10 % nach Angaben des Landesbauernverbandes in der Fachliteratur als „guter Wert“ bezeichnet.