Aus über 300 Vogelarten wird wieder der Vogel des Jahres gewählt. So ist dies in diesem Jahr das Rotkehlchen, das in einer Wahl aus dem Vorjahr mehrheitlich in einer Stichwahl zum Vogel des Jahres 2021 gewählt wurde. Jeder, der an der Wahl interessiert ist und teilnehmen möchte, kann dies mittlerweile tun. Nun stehen noch bis zum 18. November fünf Vögel zur Nachfolge des Rotkehlchens zur Wahl, die im Vorfeld durch Experten des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) und des Landesbundes für Vogelschutz ausgewählt wurden und jeweils für ein Naturschutzthema stehen.
Abstimmen kann jeder einmalig auf der offiziellen Wahlseite des NABU unter www.vogeldesjahres.de. Im Vorfeld kann man auch einen Bird-O-Mat nutzen, um mithilfe verschiedener Fragen seinen persönlichen Favoriten zu finden. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, einem Wahlkampfteam für eine der fünf Vogelarten beizutreten oder sogar ein eigenes Wahlkampfteam zu gründen und andere Interessierte von dem eigenen Favoriten zu überzeugen.
Folgende fünf Kandidaten stehen für den Vogel des Jahres 2022 zur Auswahl:
Mehlschwalbe: Die Mehlschwalbe gehört zu den Insektenfressern und den Gebäudebrütern. Durch das Insektensterben und den damit verbundenen Nahrungsmangel geht jedoch der Bestand der Mehlschwalbe zurück. Auch Nistplätze gehen durch die moderne Architektur immer mehr verloren. So lautet der Werbeslogan der Mehlschwalbe im Wahlkampf „Mieterschutz für Vögel“.
Steinschmätzer: Der Steinschmätzer legt eine unter den Singvögeln rekordverdächtige Jahreszugfläche von etwa 30 000 km zurück. Durch den Schwund aber an immer mehr Brachfläche und offenem vegetationsarmen Gelände, das den Lebensraum des Steinschmätzers darstellt, ist er bei uns vom Aussterben bedroht. Passend dazu lautet der Wahlkampfslogan des Steinschmätzers „Mut zur Brache“.
Wiedehopf: Der Wiedehopf stellt den optisch auffallendsten Kandidaten mit seinem langen Schnabel und seinen orangenen Scheitelfedern dar. Diesen findet man aber lediglich in besonders warmen Gebieten in Deutschland. Deutlich häufiger würde man ihn in Deutschland laut NABU sehen, wenn mehr halboffene Landschaften mit vielen Insekten existieren würden, wie etwa Weideflächen. So tritt der Wiedehopf den Wahlkampf mit dem Slogan an „Gift ist keine Lösung“.
Feldsperling: Der Feldsperling dürfte einer der bekanntesten Kandidaten sein, denn dieser ist den meisten wahrscheinlich schon einmal über den Weg geflogen. Wie auch der Haussperling lebt er häufig in unseren Siedlungen und versammelt sich oft gerne mit anderen Vögeln in Sträuchern. Er brütet gerne in Baumhöhlen und Nistkästen. So warnt sein Wahlkampfslogan: „Ohne Gehölz, ohne mich.“
Bluthänfling: Der Bluthänfling zählt zu den Finkenarten und fällt vor allen Dingen durch seine rote Brust auf. Er ernährt sich hauptsächlich von Körnern, Samen und Früchten. Jedoch ist laut NABU auch sein Bestand aufgrund von monotonen Ackerlandschaften gefährdet. Passend dazu wird für den Bluthänfling mit dem Slogan „Mehr Hecken zum Verstecken“ geworben.
Jan-Martin Böhling