In Brandenburg greift die Afrikanische Schweinepest (ASP) weiter um sich. Nachdem das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) am Mittwoch vergangener Woche das Virus bei einem toten Wildschwein nahe dem Ort Bleyen im Landkreis Märkisch-Oderland bestätigte, ist klar, dass die Tierseuche nunmehr in zwei Brandenburger Regionen grassiert. Der neue Fundort befindet sich etwa 70 km nördlich des ersten Gefährdungsgebiets bei Neuzelle, aber ebenfalls in unmittelbarer Nähe zur deutsch-polnischen Grenze. Bereits am Dienstag war wegen des begründeten Verdachtsfalls in dem betroffenen Landkreis ein Krisenstab eingerichtet worden. Tags darauf wurden die üblichen Schutzzonen ausgewiesen und Schutzmaßnahmen angeordnet. Die Zahl der nachgewiesenermaßen an ASP verendeten Wildschweine in Deutschland erhöhte sich bis zum Freitagnachmittag auf 46.
Die dabei zuletzt vom FLI bestätigten sechs neuen Funde stammten allesamt aus dem ersten Kerngebiet. Hausschweine waren bislang nicht betroffen. Unterdessen wurden Anzeichen dafür gefunden, dass die Seuche schon deutlich früher nach Deutschland eingeschleppt worden ist. Laut dem zuständigen Potsdamer Sozial- und Verbraucherschutzressort wurden im Zuge der Fallwildsuche am 18. und 19. September im Hotspot Dorchetal im Südwesten von Neuzelle vier Wildschweinskelette ohne Gewebe gefunden. Im Rahmen der ersten epidemiologischen Ausbruchsuntersuchungen hatte das FLI dem Landeskrisenzentrum-ASP bereits in der vorletzten Woche mitgeteilt, dass diese vier Kadaver schätzungsweise acht bis zehn Wochen am Fundort gelegen haben müssten, bevor sie entdeckt worden seien. Damit müsse der Seucheneinschleppungszeitpunkt für die erste Julihälfte angenommen werden.
Nach Angaben des Sozial- und Verbraucherschutzministeriums wird die Fallwildsuche in allen von der ASP betroffenen Landkreisen mit Hochdruck fortgesetzt. Diese werde mit Hilfe von Drohnen und Menschenketten durchgeführt; im Kreis Spree-Neiße werde die Suche auch durch die Bundeswehr unterstützt. AgE