Journaling

In dieser Kolumne möchte ich mehr über das Journaling berichten. Für mich ist das Journaling die moderne Form des Tagebuchschreibens. Denn anders als beim klassischen Tagebuchschreiben, bei dem das aktuelle Geschehen im Vordergrund steht und wirklich jeden Tag dieses Notizbuch gefüllt wird, ist das Journaling nachsichtiger und eine Form der Achtsamkeit. Hier reflektiere ich schriftlich meine Gedanken, Gefühle, Ideen, Ziele, Visionen und auch nächsten Schritte – beruflich wie privat. Ich richte wortwörtlich den „Blick nach innen“ und schaue, was mich gerade beschäftigt. So strukturiere ich meine Gedanken. Das Ganze schafft Bewusstsein für die Situation und hilft mir, gelassener zu werden. Und da ist noch Luft nach oben. Daher ist es nicht verwunderlich, dass ich mit dem Journaling begann, als die Gedanken das erste Mal um die Übernahme des GeHo 2.0 kreisten und ich dieses Gedankenkarussell nicht mehr stoppen konnte. Ich brauchte einen Ort, um all diese Gedanken runterzuschreiben und Erlebtes zu reflektieren. Diese Reflexion kann ganz unterschiedlich sein. Maxine Schiffmann, eine der Coaching-Unterstützerinnen, die mich auf meinem bisherigen Weg begleitet haben, hat unter anderem auch ein Buch über das Thema „Business-Journaling“ geschrieben und zeigt Impulse auf, wie man wirklich gut reflektiert: 1.            Status quo: „Welche Frage oder welches berufliche Projekt beschäftigt mich gerade?“ 2.            Prioritäten: „Was ist mir gerade am wichtigsten (beruflich wie privat)?“ 3.            Visualisierung: „Was wünsche ich mir für die Zukunft? Wäre es nicht genial, wenn …?“ 4.            Selbstwertschätzung: „Wofür kann ich mich heute wertschätzen?“ 5.            Dankbarkeit: „Wofür bin ich mir/meinem Körper/dem Leben heute dankbar?“ Und dabei ist das Wichtigste, dass die Beantwortung dieser Impulse keinerlei Ansprüche hat. Weder in der Rechtschreibung und Grammatik noch in der Schönheit. Denn wenn Sie einmal einen Blick in eines meiner Journalings werfen würden (und da gibt es mittlerweile einige von), würden Sie durchgestrichene Worte, schlechten Satzbau und auch vielleicht die eine oder andere durch eine Träne nass gewordene Stelle wiederfinden. Also schnappen Sie sich demnächst auch mal ein Notizbuch, vielleicht eines, welches der letzte Landmaschinenhersteller als Weihnachtsgeschenk dagelassen hat, und fragen sich: „Für welche drei Dinge/Momente/Sätze/Ereignisse aus den letzten 24 Stunden bin ich dankbar?“ Christina Ingenrieth