Jungrinderaufzucht – schon optimal?

Foto: Norbert Kanswohl

Wie eine optimale Stallhaltung von Jungrindern gelingen kann und welche Problemzonen einzelne Haltungsverfahren haben, zeigen Prof. Dr. agr. habil. Norbert Kanswohl, Dr. Denny Wiedow und Dr. Jörg Burgstaler von der Universität Rostock auf.

 

Die Haltungsbedingungen für Jungrinder in der Stallhaltung sind gegenwärtig in einigen Betrieben unzureichend, da die Milchviehbetriebe sich stärker auf die Schaffung von „Kuhkomfort“ konzentrierten. Die Jungrinderaufzucht läuft häufig nebenbei. Schlechte Haltungsbedingungen sind eine wichtige Ursache für erhöhte Krankheitsanfälligkeit und niedrige Tageszunahmen. Diese führen zu einem späten Beginn der produktiven Phase und zu geringeren Lebensleistungen bei den Kühen. Hohe Aufzuchtverluste verteuern die Produktion und verringern außerdem die Selektionsbasis. Ist die Arbeitsproduktivität durch zu hohen Arbeitszeitaufwand für Fütterung, Entmistung und Tierbehandlung außerdem zu niedrig, wird die Färsenaufzucht unrentabel.

 

Die Brisanz der Problematik wird mit Blick auf die Entwicklung der Bestandsergänzungskosten deutlich. Diese stellen neben den Futter- und Arbeitserledigungskosten einen wesentlichen Kostenfaktor in der Milchproduktion dar. Die mittleren Färsenaufzuchtkosten sind relativ hoch und betragen etwa 2 230 € pro Färse laut Tierreport 2020 mit einer großen betriebsindividuellen Schwankung.

 

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