Justiz startet Ermittlungen

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Nach der Fast-Pleite des Agrarhandelskonzerns BayWa schaltet sich nun auch die Justiz ein. Es sei ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden, teilte der Aufsichtsratsvorsitzende des Unternehmens, Gregor Scheller, am Dienstag auf der Hauptversammlung in München mit. Gegen wen es sich richte, sagte Scheller nicht. Es gelte die Unschuldsvermutung. Bei den Ermittlungen dürfte es vor allem darum gehen, ob Vorstände im Jahresabschluss 2023 Buchwerte geschönt und die Finanzlage des Unternehmens falsch dargestellt haben.

 

Unterschrieben wurde der Jahresabschluss 2023 unter anderem vom damaligen Vorstandschef Marcus Pöllinger und Finanzvorstand Andreas Helber. Dem Vorstand gehörten zudem Reinhard Wolf und Dr. Marlen Wienert an. Pöllinger, Helber und Wolf haben den Konzern mittlerweile verlassen. Vor der Münchner Staatsanwaltschaft hatte bereits die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) im November 2024 eine Untersuchung der Baywa-Bilanz 2023 eingeleitet.

 

Scheller zufolge ist der laufende Geschäftsbetrieb der BayWa von den Ermittlungen nicht betroffen. Das Unternehmen werde eng mit der Staatsanwaltschaft kooperieren. Laut Scheller gibt es auch interne Überprüfungen im Konzern. Der Aufsichtsrat habe eine externe Untersuchung der Vorgänge beauftragt, die zu der Liquiditätskrise der Gesellschaft geführt haben. Es sei noch unklar, wann die Ergebnisse der Untersuchung veröffentlicht werden.

 

Auf der Hauptversammlung forderten verärgerte Investoren und Aktionärsschützer nach dem Verlust von 1,6 Mrd. € im Geschäftsjahr 2024 eine lückenlose Aufklärung und einen Neuanfang auch im Aufsichtsrat. Die „Aufseher“ hatten laut Manager Magazin über Jahre die am Ende gescheiterte internationale Expansion des Münchner Mischkonzerns mitgetragen. Zu den langjährigen Mitgliedern des 16-köpfigen BayWa-Aufsichtsrats zählen unter anderem der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, und die CSU-Politikerin Monika Hohlmeier.

 

AgE