Der Verband der Landwirtschaftskammern (VLK) prognostiziert für die landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetriebe in Deutschland im laufenden Wirtschaftsjahr 2023/24 stark rückläufige Gewinne. Mit Verweis auf die Buchführungsergebnisse des Vorjahres sowie aktuelle Daten und Trendanalysen teilt der VLK mit, dass die verschlechterten Rahmenbedingungen die Unternehmensergebnisse der Haupterwerbsbetriebe zwischen 33 und 53 % sinken lassen dürften. Eine Ausnahme ist nur die Schweineproduktion, wo die Gewinne voraussichtlich auf dem guten Vorjahresniveau liegen werden. Insgesamt werden für alle Haupterwerbs-betriebe Durchschnittsgewinne zwischen 60 000 und 100 000 € prognostiziert. Um in die von Gesellschaft und Gesetzgeber geforderte nachhaltige Neuausrichtung der Landwirtschaft und Tierhaltung investieren zu können, ist laut VLK ein Unternehmensergebnis von mindestens 100 000 € erforderlich.
Bei den Betriebsausgaben, die in der Vorsaison auf Rekordniveau gestiegen waren, normalisiert sich laut VLK die Situation wieder. So haben die Preise für Futtermittel zwischen 9 und 25 % nachgegeben, bei den Düngemitteln um 20 bis 40 %. Die gestiegene CO2-Ab-
gabe und höhere Transportkosten werden sich auf Betriebsmittel wie Heiz- und Kraftstoff sowie auf Strom auswirken. Diese Einflüsse auf die Betriebsergebnisse werden von den Kammern regional unterschiedlich eingeschätzt.
Gegensätzlich verlaufende Marktentwicklungen bei den Getreide- und Hackfruchtbetrieben führen im Ackerbau zu unterschiedlichen Gewinnerwartungen. Während die spürbar gefallenen Preise für Getreide und Raps die Einkommen der Anbauer absehbar schmälern, können sich die Zuckerrüben- und Kar-
toffelbauern über gestiegene Preise freuen. Für die Ackerbaubetriebe in Nordrhein-Westfalen wird ein leicht rückläufiges Unternehmensergebnis von 99 700 € erwartet. AgE