Kapern und Kaninchen

Foto: Petra Jacob

Malta ist das kleinste EU-Land. An 300 Tagen scheint die Sonne, auf 0,5 Mio. Einwohner kommen über 2 Mio. Touristen. Doch hat Malta wenig Landwirtschaft und ist abhängig von Nahrungsmittelimporten.

Die Republik Malta – sie besteht aus den drei bewohnten Inseln Malta, Gozo und Comino – ist mit nur 316 km² das kleinste EU-Land, das Saarland ist achtmal so groß. Die Inselgruppe liegt rund 90 km südlich von Sizilien. Die Hauptstadt Valletta wurde im 16. Jahrhundert von Rittern des Malteser Ordens als erste Stadt Europas gegründet. Der Hafen zählt zu den größten und tiefsten Naturhäfen Europas und Valletta steht als Gesamtmonument auf der Unesco-Welt­erbeliste. Mit nur 1 km² ist es zudem die kleinste Hauptstadt der Welt.

Die Sonne scheint hier an 300 Tagen im Jahr. Im Sommer sind es zwölf Stunden täglich, im Winter bis zu sechs. Maltas Klima wird stark vom Meer beeinflusst. Die Winter sind mild, die Sommer heiß und trocken, die Temperaturen werden oft durch eine kühlende Meeresbrise gemildert. Fast das ganze Jahr über Urlaubswetter. Laut offiziellen Angaben strömten vor der Corona-Pandemie zum Beispiel im Jahr 2018 an die 3,2 Mio. Besucher ins Land. Binnen zehn Jahren hatten sich die Besucherzahlen fast verdoppelt. Die Tourismusindustrie zählt neben dem Finanz- und Bausektor und der verarbeitenden Industrie mit knapp 13 % Anteil am BIP zu den wichtigsten Einnahmequellen der maltesischen Wirtschaft. Die Landwirtschaft hat dagegen nur einen Anteil von nicht einmal 2 %.

Mit einer jährlichen Niederschlagsmenge von nur rund 500 mm und ohne richtige Flüsse und Seen ist Malta außerordentlich wasserarm. „Wasserknappheit ist ein großes Problem für die Landwirtschaft“, bestätigt die maltesische Agronomin und Agrarjournalistin Jeanette Borg. Außerdem ist vor allem die Insel Malta sehr verstädtert, Malta ist das Land mit der höchsten Bevölkerungsdichte in der EU. Auf Gozo spielt die Landwirtschaft noch eine wichtigere Rolle, dort können größere unterirdische Wasservorkommen genutzt werden. Doch bei über 0,5 Mio. Einwohnern und mehreren Millionen Urlaubern im Jahr ist Malta abhängig von Lebensmittelimporten. Die kämen zum größten Teil aus Italien, aber auch aus Spanien, Tunesien und Ägypten, berichtet Jeanette Borg.

Mehr in LZ 18-22 ab S. 54.