Ohne verlässliche Marktinformationen gibt es keinen erfolgreichen Kartoffelmarkt. „Und genau deshalb stellen wir diese Informationen heute in den Fokus unserer Sitzung“, erklärte RLV-Präsident Bernhard Conzen beim Beginn der digital tagenden Fachausschusssitzung Kartoffeln des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV) am Montag vergangener Woche.
„Im Jahr 2020 wächst nach den Angaben aus der Bodennutzungshaupterhebung der amtlichen Agrarstatistik in Deutschland die Kartoffelanbaufläche auf 275 000 ha an“, führte Christoph Hambloch von der Agrarmarkt Informations GmbH (AMI) in die Thematik ein. Dies sei ein Flächenzuwachs von mehr als 1,1 %, verglichen mit dem Vorjahr. Dabei unterscheide die Statistik zwischen Stärke- und Verarbeitungskartoffeln, Speisekartoffeln und Pflanzgut. „Überall gibt es – nur mit Ausnahme des Speisesektors – dieses Jahr eine größere Anbaufläche. Stärkekartoffeln gewannen 5 000 ha hinzu und kommen auf 62 000 ha. Seit 2014 kamen 9 000 ha hinzu“, so Hambloch. Auch sei der Kartoffelanbau 2020 in West- und Mitteleuropa ausgeweitet worden, in Dänemark vor allem bei Stärkekartoffeln, in Frankreich im Sektor Verarbeitungsrohstoff. „Insgesamt gibt es ein etwas größeres Konsumkartoffelareal“, errechnete Hambloch. Folglich sei auch die EU-28-Ernte 2020 mit 61,3 Mio. t (+ 4 Mio. t) deutlich größer ausgefallen als 2019, schlussfolgerte der Agrarexperte.