Kartoffelpflanzgut schneiden – oder nicht?

Foto: Andreas Meyer

Das letzte Frühjahr ist vielen Kartoffelanbauern noch in Erinnerung: Die Versorgung mit Pflanzgut war knapp – oft wurde es daher geschnitten. Ob das auch in diesem Frühjahr sinnvoll ist, beantwortet Andreas Meyer von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen.

 

Aufgrund einer geringer ausgefallenen Vermehrungsfläche und deutlich erhöhter Aberkennungs- und Abstufungsraten kam es im Frühjahr 2024 zu einem Engpass bei der Versorgung mit Pflanzgut. Durch die witterungsbedingt oftmals recht grob fallende Sortierung wurde das Angebot zusätzlich verknappt. Vielfach musste daher auf alternativ verfügbare Sorten, eigenen Nachbau oder geschnittenes Pflanzgut zurückgegriffen werden.

 

Die gute Nachricht vorweg: Im Anbaujahr 2024 konnte eine moderate Erweiterung der Vermehrungsflächen festgestellt werden, sodass, trotz weiter vergleichsweise hoher Aberkennungsraten, mit einer nicht ganz so angespannten Versorgungssituation gerechnet werden kann. Trotzdem ist Pflanzgut vieler bedeutsamer Sorten wieder frühzeitig ausdisponiert, sodass auf Alternativsorten ausgewichen werden muss.

 

Auch das im Frühjahr 2024 vielfach praktizierte Schneiden von Pflanzgut wird in der anstehenden Legesaison wieder genutzt werden: Handelshäuser, Lohnunternehmer und teilweise auch Landwirte haben in Schneidemaschinen investiert und wollen oder müssen diese nun auch zum Einsatz bringen. Dabei ist zu bedenken, dass es in der abgelaufenen Saison vielfach Beispiele für erfolgreich aus geschnittenem Pflanzgut erwachsene Partien gab. Doch gab es auch Partien, die komplett umgebrochen werden mussten oder erhebliche Fehlstellen im Aufgang zeigten.

 

Mehr in LZ 12-2025 ab S. 22.