Kinder entwickeln sich unterschiedlich. Die einen fertigen schon detaillierte Zeichnungen an, während andere noch Strichmännchen malen. Die einen können schon ganze Sätze sprechen, wenn andere gerade mal einzelne Wörter sprechen. Manche wiederum überspringen einfach einen Entwicklungsschritt, krabbeln gar nicht und fangen gleich an zu laufen. In den meisten Fällen ist das kein Grund dafür, sich Sorgen zu machen. Denn nicht jedes Kind kann alles gleich gut. Doch es gibt auch Probleme in der Entwicklung, bei denen man sich Hilfe holen sollte, um das Kind gezielt zu fördern.
Individuelles Tempo berücksichtigen
Jedes Kind hat in jedem Entwicklungsbereich sein eigenes Tempo oder wie es ein Sprichwort aus Afrika ausdrückt: Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht. „Innerhalb gewisser Grenzen sind Unterschiede im Entwicklungsstand völlig normal“, sagt Dominik Zerelles, Sonderpädagoge bei einer Fachberatungsstelle für die junge Familie. Er rät jungen Eltern, sich nicht von den Erzählungen anderer Mütter und Väter über das Können ihres Kindes einschüchtern zu lassen. Denn die Eltern würden natürlich lieber das berichten, was ihr Kind kann, und nicht das, was das Kind noch nicht kann.
Es gibt allerdings auch Meilensteine, wann Kinder einzelne Entwicklungsschritte erreicht haben sollten, wann sie zum Beispiel in ganzen Sätzen sprechen, wann sie laufen oder Zusammenhänge verstehen sollten. Ist das auch nach einer bestimmten Wartezeit nicht der Fall, kann eine Entwicklungsstörung vorliegen. „Der Begriff klingt in den Ohren von Eltern oft schlimmer, als er ist“, erklärt der Pädagoge. Es gibt tiefgreifende Entwicklungsstörungen, die sich lebenslang auswirken werden, wie zum Beispiel den frühkindlichen Autismus. Viele Entwicklungsstörungen sind inzwischen jedoch mit entsprechender Förderung so gut behandelbar, dass die Kinder oft ohne Beeinträchtigungen leben können und die Störung im Alltag später gar nicht auffällt.
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