Keine Einseitige Selektion auf Milchleistung

In einer gemeinsamen Stellungnahme haben der Deutsche Holstein Verband (DHV) und die Vereinigten Informationssysteme Tierhaltung (vit) auf die Kritik von Veterinärmedizinern an der Zuchtzielsetzung der in Deutschland am stärksten verbreitetsten Rasse, Deutsche Holstein, reagiert. Anfang April hatten Tierärzte im Rahmen einer sogenannten Göttinger Erklärung eine zu kurze Nutzungsdauer bemängelt, die aus ihrer Sicht Folge einer über Jahrzehnte primären Selektion auf Milchleistung sei. Wie DHV und vit in ihrer Stellungnahme hinweisen, hat die deutsche Holsteinzucht bereits seit 1997 als eines der ersten Länder einen Gesamtzuchtwert eingeführt und funktionale Merkmale in das Zuchtziel mit aufgenommen. Seit 2008 betrage der Anteil der Milchleistung im Gesamtzuchtwert nur noch 45 %, der Rest teile sich auf Fitnessmerkmale und Exterieur auf. Die beiden Organisationen widersprechen daher der Kritik, dass eine einseitige Selektion auf Milchleistung stattfinde. Die deutschen Zuchtorganisationen arbeiteten zudem eng mit der Wissenschaft an der Weiterentwicklung von Zucht- und Managementhilfen, auch im Rahmen von Projekten, die sich auf die Tiergesundheit konzentrierten. Die ausführliche Stellungnahme findet sich im Internet unter www.holstein-dhv.de.