Die Zahl der nachweislich mit Afrikanischer Schweinepest (ASP) infizierten Wildschweine in Brandenburg ist bis LZ-Redaktionsschluss auf 20 gestiegen. Nach dem ersten Virusnachweis bei einem verendeten Tier in der Gemeinde Schenkendöbern im Kreis Spree-Neiße hat das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) vergangene Woche weitere Infektionen bei Schwarzkitteln bestätigt.
Die Fundorte der Kadaver lagen innerhalb des eingerichteten gefährdeten Gebiets beim Ort Neuzelle im benachbarten Kreis Oder-Spree, nur wenige Kilometer vom ersten Fundort entfernt. Nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums kommen die neuen Fälle nicht unerwartet, es sei davon auszugehen, dass das hochansteckende Virus vor dem Auffinden des ersten Kadavers in die Wildschweinpopulation eingetragen worden sei. Das Berliner Agrarressort teilte weiter mit, dass es die Europäische Union, die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) und die Handelspartner informieren werde. Weiterhin sei das Ministerium in intensiven Gesprächen mit den relevanten Drittstaaten, um mittels eines Regionalisierungskonzepts den Handel aus Nicht-Restriktionsgebieten in diese Länder zu ermöglichen. In Brandenburg mussten nach den neuen Funden die Zonen für das gefährdete Gebiet und die Kernzone erweitert werden. Dort gelten Verbringungsverbote für Schweine und Nutzungsverbote für land- und forstwirtschaftliche Flächen. Brandenburgs Landwirtschaftsminister Axel Vogel hat den Landwirten im Lockdown finanzielle Entschädigungen in Aussicht gestellt.