Keine Panik bei knapper Versorgung

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Die Preise für Mineraldünger haben in den vergangenen Wochen eine Entwicklung genommen, die Landwirte Sorgen bereitet. Und das, obwohl aktuell bei kaum jemandem noch Düngemaßnahmen im Feld anstehen und neue Ware somit erst wieder in Richtung Frühjahr gebraucht wird. Glücklich kann sich schätzen, wer direkt nach der Ernte Vorkontrakte geschlossen hat. Wer augenblicklich ordern will, hat es dagegen mit mindestens einem Problem zu tun: Entweder mit Preisen, die innerhalb weniger Wochen auf das Doppelte geklettert sind (im Großhandel werden aktuell Preise um 600 €/t für KAS 27 % aufgerufen), oder schlicht damit, dass die Händler nichts anbieten können, weil sie selbst nichts geliefert bekommen oder mit weiteren Ordern oder Kontrakten erst einmal abwarten wollen, wohin die Reise geht. Das Bild ergibt sich jedenfalls nach einer nicht repräsentativen Umfrage bei privaten und genossenschaftlichen Landhändlern im Rheinland.

An den Energiemärkten sieht es derzeit nicht nach einer raschen und spürbaren Entspannung aus. Experten rechnen damit, dass das Preisniveau in nächster Zeit nicht signifikant sinkt.

Ob Dünger-Vorkontrakte für das Frühjahr, die jetzt abgeschlossen werden, sich rechnen, muss jeder Betrieb für sich kalkulieren und dabei im Blick haben, wohin sich die Preise für Getreide, Rüben und Kartoffeln bewegen. Zum Beispiel ist für vorkontraktierten Qualitätsweizen der nächsten Ernte dabei sicher anders zu kalkulieren als für Zuckerrüben. Die augenblickliche Verteuerung dürfte für manche Betriebe auch Wirtschaftsdünger attraktiver machen, soweit die preisgünstig zu haben sind. Auch der Bedeutung genauerer Ausbringtechniken und damit von Precision Farming wird die aktuelle Situation einen weiteren Schub verleihen.

Eines hat unsere Umfrage aber auch gezeigt: Die meisten Händler geben sich zuversichtlich, dass jeder Betriebe im kommenden Frühjahr jeden Nährstoff bekommt, den er haben will – nur vielleicht nicht genau die Sorte oder den Typ, den er haben will. Wählerisch dürfen die rheinischen Landwirtinnen und Landwirte also in der nächsten Vegetationsperiode nicht sein.

ds