Der Unmut bei den Milcherzeugern in den Niederlanden über Politik und Justiz ist groß. Der niederländische Bauernverband (LTO) und die Stiftung Team Agro NL hatten alle Milchviehhalter dazu aufgerufen, ihre Kühe am Montag dieser Woche nicht auf die Weide zu schicken, um die Branchenforderung nach einer praxisgerechten Nitratpolitik zu unterstreichen. Wie der LTO erklärte, soll die gemeinsame Protestaktion den Niederländern die möglichen Folgen der jüngsten „absurden“ Gerichtsurteile zur Beweidung vor Augen führen. Viele Bürger führen nach dem Himmelfahrtswochenende traditionell aufs Land. Dabei müssten sie diesmal auf den traditionellen Anblick weidender Kühe verzichten. LTO-Präsident Sjaak van der Tak kritisierte, dass sich die niederländische Nitratpolitik zurzeit in einem „juristischen Sumpf“ bewege. Nach jüngsten Gerichtsurteilen dürften Kühe nämlich nicht mehr ohne Sondergenehmigung weiden. Diese Entscheidungen seien weder praktisch noch rechtlich nachvollziehbar. Das Gericht Overijssel hatte Klagen der Umweltschutzorganisationen Coöperatie Mobilisation for the Environment (MOB) und der Vereniging Leefmilieu (VL) gegen die Provinz Overijssel recht gegeben, dass diese ihre umweltrechtliche Genehmigungspraxis für die Beweidung überdenken müsse. Allerdings hätten die Provinzen und das Haager Landwirtschaftsministerium bereits vor zwei Jahren zugesichert, dass die Beweidung genehmigungsfrei sei und bleiben werde, erinnerte van der Tak.