Klaut Russland ukrainisches Getreide?

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Die ukrainische Regierung wirft Russland den massenhaften Diebstahl von Getreide in den besetzten Landesteilen vor. Landwirtschaftsminister Mykola Solskij und der Ständige Vertreter der Ukraine bei den Vereinten Nationen (UN), Serhij Kyslytsya, bestätigten in der vergangenen Woche Berichte, wonach bereits mehrere hunderttausend Tonnen Getreide gegen den Willen der Besitzer aus den Oblasten Luhansk, Donezk, Cherson und Saporischschja in Richtung Osten abtransportiert worden seien. Laut dem stellvertretenden ­Agrarminister Taras Vysotsky lagern in den betroffenen Gebieten noch rund 1,5 Mio. t Getreide in den Lagern der Landwirtschaft, die teils für die Aussaat, überwiegend aber für die Versorgung der dortigen Mühlen und Bäckereien gedacht waren. Er wies darauf hin, dass in diesen Regionen keine strategischen Nahrungsmittelreserven oder weitere Getreidevorräte vorhanden seien. Die russischen Besatzer würden damit bewusst Nahrungsmittelknappheiten bis hin zu Hungersnöten in Kauf nehmen. Russland stellt sich damit nach Ansicht des Vizeministers in eine Reihe mit der Sowjetunion der Stalinzeit, die schon einmal in voller Absicht eine Hungersnot in der Ukraine ausgelöst habe. Der stellvertretende Landwirtschaftsminister kündigte an, dass man diese Diebstähle nach der „Taktik des frühen 20. Jahrhunderts“ dokumentiere und internationalen Gerichten vorlegen werde. Auch die materiellen Schäden, die den Bauern entstünden, werde man einklagen.