Klimaangepasstes Waldmanagement startet

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Mit Erleichterung haben die großen Forstverbände die Ankündigung von Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir aufgenommen, das neue Förderprogramm für „Klimaangepasstes Waldmanagement“ noch in diesem Jahr zu starten. AGDW-Präsident Prof. Dr. Andreas Bitter sprach von einem Meilenstein für die Waldbesitzenden. Die Förderung von Ökosystemleistungen des Waldes sei ein erster wichtiger Schritt, um den klimagerechten Umbau des Waldes vorantreiben zu können. Vor allem eine Vielzahl kleinerer und mittlerer Betriebe werde davon profitieren. Nun müsse die Förderung so schnell wie möglich beantragt werden können, das angekündigte Antragsportal im Internet einfach und nutzerfreundlich sein.

Nicht vollends überzeugt

Für den Vorsitzenden der Familienbetriebe Land und Forst, Max von Elverfeldt, markiert das Förderprogramm den Einstieg in eine staatliche Honorierung der Ökosystemleistungen. Allerdings sei die Ausgestaltung für die Stärkung des Waldes als Klimaschützer Nummer 1 „noch nicht der Weisheit letzter Schluss.“ „Wir streben daher weiterhin eine marktgerechte Honorierung der Klimaschutzleistung des Waldes an, die auf der nachhaltigen Bewirtschaftung unserer Wälder basiert“, versicherte von Elverfeldt. Kurzfristig würden die Forstbetriebe prüfen, ob die Förderkriterien für das „Klimaangepasste Waldmanagement“ ihren waldbaulichen Zielen entsprechen und ob sie sich um eine Förderung bewerben. Auch der Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrats (DFWR), Georg Schirmbeck, zeigte sich nicht vollends überzeugt. Zwar sei das Förderprogramm „ein gutes Signal an alle, die sich im Wald engagieren und mit den gravierenden, klimawandelbedingten Folgeschäden umgehen müssen.“ Gleichzeitig sei es jedoch notwendig, die Förderung über das Jahr 2026 hinaus zu verstetigen. Sonst bliebe die Hilfe ein „Tropfen auf den heißen Stein“, warnte Schirmbeck.

Verbindliche Kriterien

Nach einem monatelangen Hin und Her hatte das Bundesfinanzministerium Ende vorletzter Woche die Mittel für das Förderprogramm in Höhe von    200 Mio. € in diesem Jahr und insgesamt 900 Mio. € in den kommenden vier Jahren freigegeben. Förderanträge können laut Bundeslandwirtschaftsministerium nach Veröffentlichung der Förderrichtlinie im Bundesanzeiger und ausschließlich online bei der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) über die Seite www.klimaanpassung-wald.de gestellt werden. Im Jahr 2022 gestellte Anträge werden auf De-minimis-Basis bewilligt. Die Förderung beträgt dabei maximal 200 000 € in drei Jahren. Für Anträge ab 2023 strebt das Ministerium eigenen Angaben zufolge eine beihilferechtliche Freistellung an, damit die De-minimis-Auflage wegfallen kann. Gefördert werden mit dem „Klimaangepassten Waldmanagement“ kommunale und private Waldbesitzer. Als Voraussetzung sind je nach Größe der Waldfläche elf oder zwölf Kriterien über 10 oder 20 Jahre einzuhalten (siehe Kasten „Kriterien des Förderprogramms“).

AgE