Klimabonus für 40 000 ha

Foto: Detlef Steinert

Dass klimaschonende Bewirtschaftung und hohe Erträge Hand in Hand gehen, wollen die Raiffeisen Waren-Zentrale Rhein-Main (RWZ) und die Agrarsparte von BASF unter Beweis stellen. Dazu wollen sie mit der kommenden Anbausaison beim Anbau von Weizen eine Verminderung des Ausstoßes von Kohlendioxid (CO2) um bis zu 30 % zertifizieren und honorieren. Für die angepeilte Anbaufläche von 40 000 ha soll ein Aufschlag auf den Matif-Preis von 40 € je ha garantiert werden. Im Idealfall soll diese Prämie über den Zertifikathandel (Offselling) oder Aufschläge der aufnehmenden Hand (Inselling) hereinkommen. Das kündigten die Unternehmen vergangene Woche auf einer Pressekonferenz in Erftstadt an.

Schon im vergangenen Herbst startete das Projekt „KlimaPartner Landwirtschaft“ mit Praxisversuchen auf dem Ackerbaubetrieb von Heinrich Esser in Vettweiß (die LZ Rheinland berichtete in Ausgabe 10/2023). Dort werden seit der Aussaat verschiedene Düngeregi-mes angewendet, um he­­rauszufinden, welche Wirkung sie auf den CO2-Fußabdruck haben. Tatsächlich schafft es Esser schon mit seiner üblichen Wirtschaftsweise, die CO2-Last um mindestens die von BASF und RWZ angestrebte Quote von 30 % zu senken. Versuchsvarianten mit einfach und doppelt stabilisierten N-Düngern dürften zur Ernte den durchschnittlichen CO2-Fußabdruck in Deutschland von 327 kg CO2/t Weizen noch deutlicher unterschreiten.

Livio Tedeschi, Präsident der Agrarsparte von BASF, verwies auf Diskussionen über die Transformation der Landwirtschaft und nachhaltiges Wirtschaften. Er kritisierte, dass die EU-Kommission beim Green Deal und der Farm-to-Fork-Strategie nur mit Einschränkungen arbeitet, statt neue Technologien und Methoden zu fördern. Der bessere Ansatz sei die Kombination aus allen verfügbaren Techniken. Laut Tedeschi braucht es für die Erzeugung von Lebensmitteln mit einem geringeren CO2-Ausstoß drei Dinge: die Zusammenarbeit in der Lebensmittelkette; einen politischen Rahmen, der auch auf Belohnung setzt, sowie fortschrittliche Landwirte, die bereit sind, Neues auszuprobieren. Auch für die RWZ ist Nachhaltigkeit ein zentrales Thema, so Vorstandsvorsitzender Christoph Kempkes. Allerdings könne sich die Branche nicht auf Hörensagen verlassen, welche Maßnahmen wie viel bringen, begründet er das RWZ-Engagement für das Projekt. Dieses bringe das vorhandene Fachwissen aus den verschiedenen Disziplinen gebündelt auf den Acker.

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