Klimaneutral durch Carbon Farming

Foto: landpixel

Die Europäische Kommission will mehr Carbon Farming, also eine klimaeffizientere Landwirtschaft, die Kohlenstoff in der Natur speichert. Dies geht aus einer Mitteilung hervor, die am Mittwoch vergangener Woche von der Brüsseler Behörde vorgelegt wurde. In dem Papier wird auf die generelle Notwendigkeit einer verstärkten Entfernung und Speicherung von Kohlenstoff aus der Atmosphäre, den Ozeanen und den Küstenfeuchtgebieten hingewiesen. Anders sei die rechtsverbindliche Verpflichtung der EU, bis 2050 klimaneutral zu werden, nicht zu erfüllen. Dazu müssten in der Landwirtschaft auch der Schutz der Moore sowie die konservierende Bodenbearbeitung vorangetrieben werden. Das wichtigste Finanzierungsinstrument für das Carbon Farming soll laut Kommission schon „auf kurze Sicht“ ein Innovationsfonds sein, der aus dem EU-Emissionshandelssystem (ETS) finanziert werde. Bis 2030 sollen gemäß den vorgestellten Plänen Initiativen für eine klimaeffiziente Landwirtschaft zur Speicherung von 42 Mio. t CO2 in entsprechenden natürlichen Senken in Europa beitragen. Dazu will die Kommission die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) und andere EU-Programme wie LIFE und die Forschungsmission „Ein Boden-Deal für Europa“ im Rahmen von Horizon Europe nutzen, setzt aber zugleich auf öffentliche und private Mittel in den Mitgliedstaaten. Im Einzelnen werden in der Mitteilung kurz- bis mittelfristige Maßnahmen zur Unterstützung einer klimaeffizienten Landwirtschaft dargelegt. Landbewirtschafter sollen beispielsweise für Maßnahmen zur Kohlenstoffbindung und zum Schutz der biologischen Vielfalt „besser belohnt“ werden.

Die Kommission strebt außerdem eine Standardisierung der Überwachungs-, Berichterstattungs- und Überprüfungsmethoden an. Darüber hi­­naus soll es mehr Forschung, ein besseres Datenmanagement und Beratungsdienste für Landbewirtschafter geben. Der Kommission zufolge zielt die Mitteilung auch da­­rauf ab, Initiativen für den „blauen Kohlenstoff“ zu entwickeln. Im Fokus stehen dabei die Küstenfeuchtgebiete und Aquakulturen.

Der Vorsitzende des Landwirtschaftsausschusses im Europaparlament, Norbert Lins, begrüßte die Mitteilung der Kommission: „Die Land- und Forstwirtschaft ist der einzige Sektor, der auf natürliche Weise Kohlenstoff speichern kann und so einen enormen Beitrag zum Klimaschutz leistet.“ Wer Emissionen senke oder CO2 dauerhaft speichere, sollte für diese Leistung auch entlohnt werden, forderte der CDU-Politiker. Daher sei es zu begrüßen, dass nun ein Zertifizierungs- und marktbasiertes Anreizsystem für mehr Kohlenstoffspeicherung für Boden und Wald errichtet werden solle.           AgE