Klimarat legt Sonderbericht vor

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Wissenschaftler sehen in der Landwirtschaft Verursacher und Betroffene von Klimaveränderungen und warnen vor Folgen für die Versorgungssicherheit.

Laut Weltklimarat ist die Landnutzung weltweit für etwa 23 % des von Menschen verursachten Ausstoßes klimarelevanter Gase verantwortlich. Von jährlich gut 50 Gigatonnen (Gt) an Treib-hausgasen (umgerechnet auf Kohlendioxidäquivalente, CO2Äq) stammen rund 12 Gt aus der Land- und Forstwirtschaft sowie aus anderen Formen der Landnutzung. Das geht aus einem Sonderbericht hervor, den das Gremium mit dem offiziellen Titel IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) vergangene Woche in Genf veröffentlicht hat.

Gleichzeitig unterstreicht das IPCC, dass ein verändertes Klima Folgen für die Land- und Forstwirtschaft und damit für die weltweite Versorgungssicherheit haben kann, etwa durch Wüstenbildung oder sinkende Fruchtbarkeit der Böden. Die Wissenschaftler unterbreiten auch Vorschläge, wie in einzelnen Bereichen der Landnutzung sowie generell der Versorgung mit Lebensmitteln der Ausstoß klimarelevanter Gase verringert werden könnte. Dabei identifizieren sie sieben Handlungsfelder (Landwirtschaft, Forst, Böden, Ökosysteme, Nachfrage nach Lebensmitteln, Angebot an Lebensmitteln sowie Risikomanagement). Unter anderem regen sie Verbesserungen und Veränderungen in den Bewirtschaftungssystemen sowie veränderte Ernährungsgewohnheiten oder die Verringerung von Lebensmittelverlusten an. Das gesamte Minderungspotenzial aus Ackerbau und Tierhaltung sowie der Agroforstwirtschaft beziffert der Bericht auf 2,3 Gt CO2Äq bis 9,6 Gt CO2Äq pro Jahr bis 2050. Eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten durch vermehrten Verzehr pflanzlicher Produkte und eine Verringerung des Verzehrs tierischer Produkte brächte eine Einsparung von 0,7 Gt CO2Äq bis 8,0 Gt CO2Äq. Größte Verursacher von Emissionen speziell aus der Landwirtschaft waren laut IPCC im Jahr 2016 China, Indien, Brasilien und die USA.

Der Klimarat führt selbst keine Studien durch, sondern bewertet die Ergebnisse von Forschern aus der ganzen Welt und führt diese in seinen Berichten zusammen. Neben Sonderberichten veröffentlicht das IPCC alle sechs bis sieben Jahre einen umfassenden Sachstandsbericht zur Lage des Weltklimas. An dem aktuellen Bericht zur Landnutzung wurde seit 2019 gearbeitet. Seine sieben Hauptkapitel zu Ursachen von Klimaveränderungen, deren Auswirkungen auf die Landnutzung sowie Reaktionsmöglichkeiten umfassen allein mehr als 1 500 Seiten.                 ds