KLJB beklagt vereinfachende Debatte

Foto: KLJB

Sarah Schulte-Döinghaus bleibt Bundesvorsitzende der Katholischen Landjugendbewegung Deutschlands (KLJB). Sie wurde bei der digitalen KLJB-Bundesversammlung in ihrem Amt bestätigt. Ebenfalls wiedergewählt wurde Carola Lutz als KLJB-Bundesseelsorgerin. Neu in das KLJB-Führungsgremium aufgerückt ist Jannis Fughe aus dem Landesverband Oldenburg. Der 28-Jährige ist seit 2011 KLJB-Mitglied und vertritt seit August 2020 als Europavorsitzender der Internationalen Katholischen Land- und Bauernjugendbewegung (MIJARC) den Verband auch auf internationaler Ebene. Die drei Gewählten bilden den vierköpfigen KLJB-Bundesvorstand gemeinsam mit Daniela Ordowski, die auf der letztjährigen Bundesversammlung gewählt worden war.

Doch es standen nicht nur Wahlen auf dem Programm: Die agrarpolitische Debatte neigt nach Ansicht der KLJB oft zu einer vereinfachenden Gegenüberstellung klein strukturierter, ökologischer, bäuerlicher Landwirtschaft auf der einen und industriell organisierter, konventioneller Landwirtschaft mit Großbetrieben auf der anderen Seite. Diese simple Polarisierung bilde jedoch die tatsächliche Vielfalt der unterschiedlichen regionalen und betrieblichen Bedingungen und Herausforderungen der Landwirtschaft in Deutschland nicht ab, wurde in einem Positionspapier festgestellt. Zudem sei in vielerlei Hinsicht hierzulande jeder landwirtschaftliche Betrieb einzigartig, zum Beispiel in seiner Bodenbeschaffenheit, seinen Kompetenzen oder der sozialen und natürlichen Umgebung. Daher gebe es keine einheitliche Lösung für alle Betriebe, um mit den Anforderungen und Zielkonflikten der heutigen Zeit umzugehen. Fest steht für die KLJB allerdings, dass natürliche Ressourcen wie Boden, Wasser, Luft sowie die biologische Vielfalt die wichtigsten Grundlagen der Ernährungs- und Landwirtschaft sind. Ein nachhaltiger Umgang mit diesen Ressourcen sei somit essenziell.

In ihrem Papier zeigt die KLJB auf, wie für sie die Landwirtschaft der Zukunft in Deutschland aussieht und wie der Weg dorthin beschritten werden könnte. Dazu werden in zehn Kapiteln Grundprinzipien definiert, Handlungsempfehlungen gegeben und Forderungen aufgestellt. Dabei geht es unter anderem um Ackerbau, Tierhaltung und Sonderkulturen, die Digitalisierung, den Bereich Züchtung und Gentechnik sowie die Belange des Natur- und Klimaschutzes. Der Landjugendbewegung zufolge soll das Papier nun als Arbeitsgrundlage im Fachbereich Ländliche Entwicklung für die politische Vertretungsarbeit nach außen dienen, aber auch innerhalb des Verbandes genutzt werden. „Es ist uns wichtig, nun mit einer starken Stimme unsere Positionen klar zu äußern und als Vorbild für die vielen landwirtschaftlichen Diskussionen in der Politik und Gesellschaft zu dienen“, erklärte die Bundesvorsitzende Sarah Schulte-Döinghaus.