Kohlekompromiss mit Bauern

Foto: Martina Goyert

„Mit Abschluss des Kohlekompromisses ist nunmehr klar, dass wir die fossilen Energieträger und die Atomkraft als wesentliche Energieproduzenten mittelfristig durch Wind, Sonne, Erdwärme, Biomasse und Wasser als erneuerbare Energien ablösen müssen. Die Landwirtschaft kann hierzu Lösungen anbieten”, betonte Bernhard Conzen, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Heinsberg und Präsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV), Ende Februar in einem Brief an Stephan Pusch, Landrat des Kreises Heinsberg. Daher müsse jetzt die Zukunft für die Region in den Blick genommen werden, auch für die Landwirtschaft.

Bereits im vergangenen Jahr hatte die Kohlekommission der Bundesregierung den Ausstieg aus der Braunkohleförderung und damit zugleich einen bedeutenden Einschnitt für die Region rund um Heinsberg beschlossen. „Wir fordern die Politik auf, aus den Strukturmilliarden für den Kohleausstieg eine Mittelstandspolitik rund um das Thema Landwirtschaft und Bioökonomie für den ländlichen Raum in den Fokus zu nehmen. Wir können in der Region zeigen, wie Biodiversität und Landwirtschaft verbunden werden können“, so Conzen.

Klimaschutz, Arbeitsplätze und nachhaltige Produktion ließen sich mitei­nan­der vernetzen. „Es muss Aufgabe der Politik sein, die zur Verfügung stehenden Strukturmittel so einzusetzen, dass endlich auch eine regionale Wertschöpfungskette für die Landwirtschaft und für die verschiedenen Unternehmen mit marktgängigen Produkten entwickelt wird“, machte Conzen in dem Brief an Pusch deutlich. Als ersten Schritt erwartet Conzen, dass im Zuge der Rekultivierung der Tagebauflächen der maximal mögliche Umfang landwirtschaftlicher Nutzflächen wiederhergestellt werde. „Wir müssen uns endlich da­rauf besinnen, den Entzug von wertvollen landwirtschaftlichen Flächen zu stoppen“, forderte er.

Vor diesem Hintergrund bat Conzen den Landrat im Namen der Landwirtschaft darum, für eine größtmögliche Rekultivierung und Schonung der landwirtschaftlichen Flächen im Kreis einzutreten. „Dies muss endlich als enkelgerechte Zukunftspolitik gelebt werden. Denn wir sollten uns alle stets vergegenwärtigen, dass ein Flächenverbrauch regelmäßig unumkehrbar ist“, so Conzen abschließend. ah