Komplett GVO-frei bis Ende 2019

Arla-Lieferanten in Deutschland und Benelux sollen auf GVO-freie Fütterung umstellen

Foto: Arla

Bis Ende 2019 will die Molkereigenossenschaft Arla Foods ihre Milchverarbeitung in der Region Zentraleuropa vollständig auf GVO-freie Fütterung umstellen. Die gewählten Vertreter der 2 900 Arla-Mitglieder in dieser Region hätten dieser Entscheidung mehrheitlich zugestimmt, hat Arla Foods Ende Oktober mitgeteilt. Diese Entscheidung gilt verpflichtend für alle Arla-Lieferanten in Deutschland sowie in den Niederlanden, Belgien und Luxemburg. Für die GVO-freie Milcherzeugung erhalten sie von Arla Foods einen Zuschlag von 1 Cent/kg Milch, der bereits in der Umstellungsphase gezahlt werden soll.

Nach eigenen Angaben ist Arla das erste Molkereiunternehmen, das diesen Schritt in mehreren europäischen Ländern geht und damit auf die Entwicklung am Markt reagiert. Man folge damit dem zunehmenden Wunsch des Handels und der Verbraucher in Deutschland nach Lebensmitteln aus gentechnikfreier Herstellung. Bereits heute stammen 61 % der in Deutschland produzierten Milch bei Arla Foods aus GVO-freier Fütterung. Die vollständige Umstellung der Milcherzeugerbetriebe auf die Fütterung ohne gentechnisch veränderte Komponenten, das betrifft vor allem Sojaschrot und Körnermais, müsse bis Ende des Jahres 2019 erfolgt sein. Bis dahin sei ein Einstieg in die Umstellung jeden Monat möglich.

Wie Arla mitteilt, würden es nach der Umstellung insgesamt 6 Mrd. kg Milch in allen sieben europäischen Ländern sein, in denen rund 11 200 Arla-Landwirte Milch produzieren. Das sind neben Deutschland die Niederlande, Belgien, Luxemburg, Großbritannien, Dänemark und Schweden. Markus Mühleisen, Deutschland-Chef von Arla Foods, lobt die Entscheidung, GVO-frei zu füttern, und sieht darin, die Bereitschaft der Landwirte, „dass sie ihre Genossenschaft konsequent an den Bedürfnissen unserer Kunden ausrichten und auf entsprechende Marktveränderungen reagieren“. In Deutschland wachse die Nachfrage nach diesen Milchprodukten kontinuierlich und Handel sowie Verbraucher seien bereit, mehr dafür zu bezahlen. Auch in anderen europäischen Ländern bestehe mittelfristig ein Potenzial für GVO-freie Produkte. Es sei ein „echter Wettbewerbsvorteil“, der weiteres Wachstum ermögliche, so der Arla-Deutschland-Chef.

Noch offen bleibt die Frage, was auf die Arla-Lieferanten zukommt, die nicht umstellen wollen. Seitens des Unternehmens heißt es zwar, man sei sehr zuversichtlich, dass alle Mitglieder den Weg der Umstellung auf GVO-freie Fütterung mitgehen werden. Außerdem habe jeder Landwirt aufgrund der langen Umstellungszeit bis Ende 2019 ausreichend Zeit, sich auf die neue Situation einzustellen und entsprechend umzustellen. Dass längst nicht alle Arla-Mitglieder die Entscheidung begrüßen, zeigen die folgenden Stellungnahmen von Milcherzeugern vom Niederrhein und aus dem Bergischen Land. Beleg dafür ist nicht zuletzt auch die Anzeige in einem landwirtschaftlichen Wochenblatt, in der ­Arla-Milchlieferanten mit einem Liefervolumen von jährlich 38 Mio. kg eine Molkerei oder einen Vermarkter für ihre „nicht“ GVO-freie Milch suchen. cnb