Kontra von Kirchen-Kommission

Foto: imago/imagebroker

Studie zu Land- und Ernährungswirtschaft vorgelegt

 

Für eine gemeinwohlorientierte Landnutzungswende im globalen Maßstab hat sich eine Kommission der Katholischen Kirche ausgesprochen. Die sogenannte Sachverständigengruppe „Weltwirtschaft und Sozialethik“ der Deutschen Bischofskonferenz empfiehlt in der am Mittwoch vergangener Woche vorgestellten Studie „Ernährungssicherheit, Klimaschutz und Biodiversität: Ethische Perspektiven für die globale Landnutzung“, nicht gemeinwohldienliche Subventionen in Europa und weltweit sofort zu beenden oder zumindest mit Übergangsfristen auslaufen zu lassen.

 

Für die EU schlagen die Autoren als zeitliches Limit das Ende der aktuellen GAP-Förderperiode 2027 vor. Die aktuelle EU-Förderpolitik sei „falsch“, die Gemeinsame Agrarpolitik versuche vor allem, mit teuren Subventionszahlungen die Folgen von Externalisierungen zu lindern, statt diese direkt zu bekämpfen. Kritik muss sich Brüssel auch für die Abschaffung zahlreicher Kon­trollen für Betriebe unter 10 ha gefallen lassen. Stattdessen setzt die Sachverständigengruppe auf eine gemeinwohlorientierte Landnutzung. Dies bedeute konkret, Einträge von Nitrat und Pflanzenschutzmitteln zu bepreisen sowie eine Tierwohlabgabe einzuführen. Da­rüber hinaus müsse die räumliche Konzentration der Nutztierhaltung strikter reduziert werden. Eine großflächige Renaturierung von Auen und Mooren sei erforderlich, im Einzelfall müsse dafür das Freiwilligkeitsprinzip der Landbesitzer infrage gestellt werden.

 

Die Autoren sehen durchaus auch die Kirche in der Pflicht, ihrer Vorbildfunktion in Sachen Gemeinwohlorientierung bei der Bewirtschaftung oder Verpachtung von Kirchenland nachzukommen. Auch bei der Bewirtschaftung kirchlicher Einrichtungen sei auf eine möglichst geringe Umweltbelastung durch die beschafften Lebensmittel zu achten. In den digitalen Medien wird die Studie kontrovers diskutiert. Verfügbar ist sie unter dieser Webadresse: https://t.ly/bb6xO