Eine entscheidende Rolle misst die Bundesregierung der Land- und Forstwirtschaft bei der Umsetzung der Nationalen Moorschutzstrategie bei, die das Kabinett am Mittwoch vergangener Woche beschlossen hat. Danach soll es für entwässerte, derzeit land- und forstwirtschaftlich genutzte Moorböden finanzielle Anreize für freiwillige Wiedervernässungsmaßnahmen im Rahmen des natürlichen Klimaschutzes geben. Die Bundesregierung setzt dabei auf einen integrativen und kooperativen Ansatz. Damit soll sichergestellt werden, dass die betroffenen Landwirte mitgenommen werden. „Für die Höfe muss es sich lohnen, klimafreundlich zu arbeiten“, erklärte Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir. Viele Bauernfamilien wirtschafteten seit Generationen auf Moorstandorten. Mit der Nationalen Moorschutzstrategie übernehme die Bundesregierung genau hier Verantwortung: „Nach dem Motto ‚Schützen und Nutzen‘ schaffen wir für die Landwirtinnen und Landwirte Anreize für einen echten Moorbodenschutz“, so Özdemir. Die Betriebe würden dabei unterstützt, klima- und artenvielfaltsfreundliche Bewirtschaftungsformen einzuführen.
Der Deutsche Bauernverband (DBV) kündigte an, er werde die Bundesregierung beim Wort nehmen. Sie müsse das in der Nationalen Moorschutzstrategie festgehaltene Prinzip der Freiwilligkeit zum Maßstab aller Maßnahmen zur Umsetzung machen, so DBV-Generalsekretär Bernhard Krüsken. Mehr Verbindlichkeit bei der Umsetzung der Moorschutzstrategie als bislang vorgesehen forderten Umweltverbände.