Der Deutsche Bauernverband (DBV) setzt hohe Erwartungen in kooperative Ansätze im Agrarumweltschutz. „Naturschutzkooperativen nach niederländischem Vorbild sind eine große Innovation für die Agrarumweltförderpolitik“, sagte der DBV-Umweltbeauftragte Eberhard Hartelt bei der Auftaktveranstaltung des Projekts zur modellhaften Erprobung solcher Ansätze in verschiedenen Agrarlandschaften Deutschlands (MoNaKo) am Dienstag vergangener Woche in Berlin. Hartelt traut dem Modell zu, zum „Gamechanger für die Artenvielfalt“ zu werden. Voraussetzungen seien Mut für neue Wege und Spielräume zur Ausgestaltung.
Die gemeinsame Verantwortung von Naturschutz und Landwirtschaft für den Erhalt der Biodiversität betonte der Präsident vom Naturschutzbund Deutschland (NABU), Jörg-Andreas Krüger. Beide Seiten arbeiteten zusammen an Lösungen. Projekte wie MoNaKo machten deutlich, „wie weit wir auf diesem Weg schon gekommen sind“.
Überzeugt vom Kooperativen Naturschutz zeigte sich auch die Staatssekretärin im Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL), Silvia Bender. Das von ihrem Haus unterstützte Vorhaben solle die Voraussetzungen schaffen, um mit Beginn der neuen EU-Förderperiode 2028 kooperative Ansätze flächendeckend im Bundesgebiet anbieten zu können. Bender sprach von der großen Einigkeit zwischen BMEL und DBV, dass in kooperativen Ansätzen enorme Chancen für Landwirtschaft und Naturschutz gleichermaßen liegen. Sie verwies auf die Möglichkeit, Maßnahmen zu entwickeln, die an die jeweiligen lokalen Bedingungen angepasst seien.
Nach Beobachtung von Hartelt ist die tradierte Agrarumweltpolitik an ihren Grenzen angelangt. Die Förderung setze „weniger auf die Sinnhaftigkeit als auf die Kontrollierbarkeit von Maßnahmen“. Anstatt den Landwirten zu vertrauen und ihnen Naturschutz zuzutrauen, gehe es vorrangig um Kontrolle. Demgegenüber stehe das niederländische Modell der Naturschutzkooperativen für mehr Effektivität beim Umwelt- und Naturschutz, eine Verbesserung des Honorierungssystems, Bürokratieabbau und eine verstärkte Zusammenarbeit.