Kostengünstig hinter der Grenze

Foto: imago/Sabine Gudath

Sommerferien und schönes Wetter – gute Voraussetzungen für einen Tagesausflug mit der Familie. Im Folgenden finden Sie einige kinderfreundliche Ausflugsziele außerhalb des Rheinlands.

Das Herz Europas kennenlernen

Nicht umsonst wurde Schengen 1985 für die Unterzeichnung des Abkommens, das freies Reisen zwischen den meisten europäischen Staaten ermöglicht, ausgewählt: Die Luxemburger Gemeinde liegt fast direkt am luxemburgisch-deutsch-französischen Dreiländereck. In dieser Region kann man die Mosel und die umliegenden Weinhügel erkunden, ebenso wie ein Stück europäische Geschichte. Eine schöne Art, das zu tun, ermöglichen die in der kostenlosen App zugänglichen „Lauschtouren“. Diese erzählen zu vielen Gebieten in der Moselregion Hintergrund und Geschichte – mit der passenden Geräuschkulisse. Die Lauschtouren machen die Internationalität und den Naturraum für Kinder und Erwachsene leichter zugänglich. Auch Vorschläge für Wanderwege durch Weinberge finden sich online – so kann man sich nach Belieben einen Tag an der Mosel zusammenstellen.

Weitere Informationen zu App, Museum oder Wanderwegen unter www.visitmoselle.lu/de/erleben.

Wandern mit Murmeln

Wandern und ausgedehnte Naturspaziergänge machen gleich mehr Spaß, wenn man auf dem Weg von einer tennisballgroßen Murmel auf einer abenteuerlich gestalteten Murmelbahn begleitet wird. Genau diese Möglichkeit gibt es in Rheinhessen. Hier findet man im Binger Wald einen Waldwanderweg, neben dem eine meterlange Murmelbahn entlangläuft. Die Nutzung ist kostenfrei – nur eine geeignete Kugel wird gebraucht. Kugeln stehen zwar für gewöhnlich an der Murmelbahn zur Verfügung. Um einer Enttäuschung vorzubeugen, sollte jedoch sicherheitshalber auch eine eigene Murmel (am besten mit einigen Zentimetern Durchmesser) mitgebracht werden. Die Fahrt an den Rhein lohnt sich besonders, wenn man die Murmelbahn mit einer Wanderung durch die wunderschöne Umgebung verbindet. Entweder man findet hier selbst einen Weg oder sucht sich im Internet Inspiration, beispielsweise bei der kostenfreien Wander-App Komoot.

Mehr Informationen zur Murmelbahn und zu Wanderungen gibt es unter www.komoot.de/highlight/1214496, zum Erlebnispfad unter www.erlebnispfad-bingen.de.

Ostwestfälische Externsteine

Groß und Klein finden bei den Externsteinen im Teutoburger Wald Anregung und Auszeit zugleich. Die Faszination, die seit Jahrhunderten von den Externsteinen ausgeht, liegt in der ungewöhnlichen Formation der Sandsteinfelsen, aber auch in den Spuren, die die Menschheit in unterschiedlichsten Zeitperioden daran hinterlassen hat. Es ranken sich etliche Theorien und Mythen um die ursprüngliche Bedeutung der Steine – einige gehen davon aus, es handle sich um ein ehemaliges heidnisch-germanisches Heiligtum. Sicher ist, dass die Felsen etwa im 12. Jahrhundert nach Christi zu einer christlichen Stätte wurden. Aus dieser Zeit stammt das sogenannte Kreuzabnahmerelief, das als eines der bedeutendsten Kunstwerke des Mittelalters gilt. Die Funktion der vermutlich ebenfalls im Mittelalter entstandenen künstlichen Grotten ist bis heute unklar, anders als die der Treppenanlage und der Aussichtsplattform aus dem 19. Jahrhundert. Denn dass man von den Felsen einen wunderschönen Blick hat, haben wohl auch die Adeligen vor 200 Jahren erkannt. Die diversen Spuren menschlicher Tätigkeit machen die Felsen nicht nur zu einem Naturerlebnis, sondern auch zu einem Zeugnis der Geschichte. Die Externsteine können im Sommer täglich von 10 bis 18 Uhr besichtigt und bestiegen werden. Erwachsene zahlen dafür 4 €, Kinder 2 €. Die Anlage ist durch ihre Nähe zum Parkplatz und den Aufstieg über Treppen gut mit kleinen Kindern zu besichtigen. Auch das die Felsen umgebende Naturschutzgebiet zu erkunden lohnt sich.

Weitere Informationen zu Anreise, ­Tickets und Führungen unter www.externsteine-info.de.

Rebekka Pauw