Kräftige Einsparungen angekündigt

Foto: FrieslandCampina

In den nächsten zwei Jahren will FrieslandCampina kräftige Kosteneinsparungen vornehmen. Wie die niederländische Genossenschaftsmolkerei das machen will, gab sie am Dienstag vergangener Woche bekannt. Das Unternehmen will weltweit mehr als 1 800 Arbeitsplätze abbauen, davon etwa 1 200 bis Ende 2024. Laut Angaben des Unternehmens geht es dabei um Arbeitsplätze in fast allen Bereichen der Organisation. Bereits im Oktober angekündigt hatte FrieslandCampina, dass das Unternehmen ab 2026 jährliche Bruttoeinsparungen in Höhe von 400 bis 500 Mio. € erzielen will. Davon werden nun 180 bis 200 Mio. € auf den angekündigten Abbau von Arbeitsplätzen entfallen. Die Sparmaßnahmen seien ein Teil der Expedition 2030, mit der Konzern eigenen Angaben zufolge seine Position als führender, innovativer und nachhaltiger Akteur in der Milch verarbeitenden Industrie stärken will. Ein Teil der jährlichen Einsparungen soll die Inflation ausgleichen, der Rest in nachhaltiges Wachstum und einen höheren Jahresüberschuss fließen. Für dieses Ziel sollen im Jahr 2023 einmalige Kosten von bis zu 170 Mio. € ausgewiesen werden. Nach Aussagen von Hans Stöcker, bis vor kurzem Vorstands- und Aufsichtsratsmitglied von FrieslandCampina, trifft der Stellenabbau bei FrieslandCampina die Mitgliederbetriebe nur wenig. „Abgebaut werden sollen Stellen im Overhead in der Zentrale in Amersfoort“, erläuterte der Landwirt aus Engelskirchen im Gespräch mit der LZ. Erneut werden allerdings die Mitgliedsbetriebe keine Nachzahlung erhalten. Laut Stöcker ist dies vor allen Dingen inflationsbedingt und auf die enttäuschenden Ergebnisse von FrieslandCampina in diesem Jahr zurückzuführen. So sei der Erzeugerpreis im ersten Halbjahr nicht durch die Erlöse vor allem für Käse und Butter gedeckt gewesen. Die Inflation sorge dafür, dass gerade Marken unter Druck kämen. FrieslandCampina stelle sich darauf ein und werde künftig nicht nur auf Marken setzen, sondern auch Handelsmarken bedienen, so Stöcker.