Die Europäische Union ist von einer Kreislaufwirtschaft noch sehr weit entfernt. So lautet das Fazit eines Sonderberichts, den der Europäische Rechnungshof (EuRH) nun vorgelegt hat. Demnach konnten die Prüfer in der Gemeinschaft nur sehr wenige Anzeichen für eine Veränderung hin zu einem solchen Wirtschaftsmodell ausmachen. Darüber hinaus wird in dem Bericht festgestellt, dass die bislang eingeleiteten Maßnahmen und „Milliarden von Euro“ die Umstellung nur wenig vorangebracht hätten, insbesondere hinsichtlich der kreislauforientierten Gestaltung von Produkten und Herstellungsverfahren. Entsprechend pessimistisch ist der Hof, was die von der EU angestrebten Ziele für die Erhöhung der Wiederverwertungsquote betrifft. Konkret sprechen die Prüfer von einem „Ding der Unmöglichkeit“. Gemäß dem Bericht ist der Anteil kreislauforientiert verwendeter Materialien im Zeitraum von 2015 bis 2021 in allen Mitgliedstaaten nur um durchschnittlich 0,4 Prozentpunkte angestiegen. Für sieben Länder, darunter Dänemark, Luxemburg und Polen, wird sogar von einem Rückgang berichtet.
Laut dem EuRH hatte die EU 2015 und 2020 Pläne zur Förderung der Kreislaufwirtschaft vorgestellt und zwischen 2016 und 2020 mehr als 10 Mrd. € für ökologische Innovationen und die Unterstützung der Unternehmen bereitgestellt. Der Großteil des Geldes ist den Prüfern zufolge aber in die Abfallbewirtschaftung geflossen. Bessere Ergebnisse hätten jedoch durch Investitionen in kreislauforientiertes Design erzielt werden können.