Die LZ meint: Für die Redaktion der Lokalzeit Bergisches Land gehören Kuhglocken zum Leben auf dem Dorf. Bezogen auf Dörfer in den Alpen mag das stimmen. Doch im Bergischen Land sind nicht nur die Berge kleiner im Vergleich zu den Alpen. Auch nach Kuhglocken kann man dort vergeblich suchen. Der Beitrag wurde im Rahmen der ARD Themen-Woche „Stadt.Land.Wandel“ veröffentlicht und ist damit nicht allein auf dem Mist der Lokalzeit Bergisches Land gewachsen. Trotzdem sollte nicht alles blind übernommen werden. Vor allem als Lokalzeit, die schon durch ihren Namen für Regionalität steht. Im Falle dieses Fotos ist der lokale Bezug leider komplett misslungen.
Trotz dieses wenig durchdachten Postings prägt die Landwirtschaft das Leben auf den Dörfern im Bergischen, nur eben nicht durch das Läuten von Kuhglocken, sondern durch moderne Maschinen und Ställe, die für geringere Umweltbelastung und mehr Tierwohl sorgen. In den Alpen ist die Zeit im Übrigen auch nicht stehen geblieben. Das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) berichtete erst vor Kurzem, dass immer mehr Kühe anstatt der Glocken GPS tragen. Damit fänden die Landwirte ihre Tiere schneller und einfacher.
Dass in diesem Beitrag zur Umschreibung von Landwirtschaft die Kuhglocke gewählt wurde, zeigt, dass viele Menschen nach wie vor eine romantisierte Vorstellung von der Agrarbranche haben. Denn genau das ist sie, eine Wirtschaftsbranche, die Lebensmittel produziert. Das hat leider oft wenig mit Romantik zu tun, weil Landwirte hart arbeiten und ihr Einkommen trotzdem kaum ausreicht. Hoffentlich wählen die Kollegen von der ARD beim nächsten Mal ein Symbol, das näher an der landwirtschaftlichen Realität ist, beispielsweise einen Traktor.
kj