„Längst überfällig“

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Als „notwendigen und folgerichtigen Schritt“ hat der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Bernhard Krüsken, die Ankündigung des Discounters Aldi Nord bezeichnet, die Preise für Lebensmittel zu erhöhen. „Diese Anpassungen sind überfällig und spiegeln nicht nur die aktuellen Marktverwerfungen und Kostensteigerungen in der Erzeugung, sondern auch die ersten Kosten des Transformationsprozesses der Branche“, erklärte Krüsken am Freitag vergangener Woche. Jetzt sei es wichtig, dass das Geld nicht in der Vermarktungs- und Verarbeitungskette hängen bleibe, sondern auch auf den Betrieben ankomme.

Aldi-Nord-Kommunikationschef Florian Scholbeck hatte zuvor in einem Interview mit der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) angekündigt, dass der Discounter ab Montag (4. April) wegen stark gestiegener Kosten erneut die Preise anheben werde. Damit würden Fleisch, Wurst und Butter „signifikant teurer“. Der Grund dafür seien höhere Preise, die Aldi seinen Lieferanten zahlen müsse. „Seit Beginn des Ukraine-Kriegs gibt es Sprünge bei den Einkaufspreisen, die wir so noch nicht erlebt haben“, so Scholbeck im Interview. Dies liege auch daran, dass sich Futter- und Düngemittel sowie Energie verteuert hätten. Das wiederum hätten die Landwirte bei ihrer Viehhaltung und die fleischverarbeitende Industrie zu spüren bekommen. Erst vor zwei Wochen hatte Aldi als erster Lebensmittelhändler auf die steigenden Rohstoffkosten und Lieferengpässe reagiert und viele seiner Preise in seinen Geschäften angehoben.

Mit einer zweiten Welle deutlicher Preiserhöhungen als Reaktion auf den Ukrainekrieg rechnet jetzt auch der Handelsverband Deutschland (HDE). HDE-Präsident Josef Sanktjohanser wies gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung da­­rauf hin, dass die Preise schon vor dem Kriegsausbruch als Folge gestiegener Energiekosten „über die Produktpalette hinweg“ um gut 5 % gestiegen seien. Für 2022 rechnet Sanktjohanser mit Preissteigerungen von 10 %. Preiserhöhungen werden auch bei anderen Filialisten des Lebensmitteleinzelhandels erwartet, zum Beispiel Lidl, Rewe, Edeka oder Globus. Inwieweit sich die Anhebungen lediglich auf einzelne Produkte und Produktgruppen beziehen oder ganze Sortimente, lässt sich Branchenkennern zufolge derzeit nicht eindeutig abschätzen.