In NRW fliegen die Kartoffelblattläuse früher und stärker. Das ist ein Ergebnis des Blattlausmonitorings. Dr. Marianne Benker, Dr. Jonas Hett und Dr. Ellen Richter vom Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen berichten.
In Niedersachsen spielen, gerade zu Saisonbeginn, immer die Y-Virus übertragenden, nicht siedelnden Blattlausarten die größere Rolle. Dagegen zeigte sich innerhalb des Projekts „Blattlausmonitoring Kartoffeln in NRW“, dass in NRW die siedelnden Kartoffelblattläuse schon sehr früh und im hohen Umfang die Gelbschalen und die Kartoffeln befliegen. Dies war unerwartet, ist aber von entscheidender Bedeutung für den Behandlungszeitpunkt und die Mittelwahl.
Gelbschalen zur Befallskontrolle
In der Pflanzgutvermehrung ist das Aufstellen von Gelbschalen ein wichtiges Hilfsmittel, um die Intensität und die Dauer des Blattlauszuflugs zu erfassen. Aufgrund der hohen Anbaudichte an Pflanzkartoffeln werden in Niedersachsen deutlich mehr Gelbschalen als in NRW aufgestellt: in den Jahren 2022 und 2023 jeweils 25 pro Jahr. Davon standen 15 bis 16 in Kartoffeln, die restlichen 9 bis 10 in Zuckerrüben.
Im Jahr 2022 flogen in Niedersachsen, wie erwartet, überwiegend die Y-Virus übertragenden, nicht siedelnden Blattläuse in die Gelbschalen. Der Flughöhepunkt lag in der Kalenderwoche 20 (ab 16. Mai 2022) mit einer durchschnittlichen Anzahl von 166 Blattlausarten. An diesem Termin wurden nur 25 siedelnde Kartoffelblattläuse gefunden. In den Grafiken 1 und 2 sind zusätzlich die Grünen Pfirsichblattläuse abgebildet, weil diese Blattlausart der gefährlichste und universellste Überträger für die Kartoffelviren in der Pflanzgutvermehrung ist.
Über den gesamten Boniturzeitraum lag das Verhältnis zwischen den nicht siedelnden Blattlausarten und den siedelnden Kartoffelblattläusen bei 75 zu 25 %. Dabei machten die Grünen Pfirsichblattläuse 70 % der siedelnden Kartoffelblattläuse aus.
Mehr in LZ 34-2025 ab S. 20.