Endlich mal wieder eine Veranstaltung, auf der man sich persönlich treffen und austauschen kann. Das tut gut. In jedem Fall war dies den Landfrauen anzumerken, die am Samstag vergangener Woche zur Generalversammlung ihres Kreisverbandes Euskirchen-Eifel nach Mechernich-Holzheim gekommen waren. „Leider konnte wegen Corona in den letzten Jahren vieles nicht stattfinden. Aber wir sind froh, dass Sie uns alle treu geblieben sind und heute hier sind“, stellte Claudia Meyer-Kesternich, die neue Kreisvorsitzende, bei der Begrüßung fest. Die Vorsitzende und das Vorstandsteam des erst im September neu gegründeten Kreisverbandes nutzten die Gelegenheit, sich vorzustellen.
Herzschlag für das Land
Dass Landfrauen etwas Besonderes sind, machte Jutta Kuhles, die Präsidentin des Rheinischen LandFrauenverbandes (RhLV), deutlich. Sie hatte ihren Vortrag unter das Thema „Marke Landfrau“ gestellt. „Ja, Landfrauen sind eine Marke. Und denken Sie immer daran, Sie sind bei Ihren Aktionen auf Orts- oder Kreisebene nicht nur Frau Schmitz oder Frau Müller, sondern vor allen Dingen die Landfrau“, betonte die RhLV-Präsidentin. Dabei ist es vor allem eines, was die Landfrauen und die Landfrauenarbeit auszeichnet: „Wir sind eine Gemeinschaft, und zwar eine tolle Gemeinschaft.“ „Die Landfrau“ steht dabei nach Aussagen der RhLV-Präsidentin für echte Frauenpower, große Kreativität und ist bestens organisiert. „Ein weiteres Markenzeichen von uns Landfrauen ist die Vielfalt“, betonte Kuhles. Landfrauen setzten sich für andere ein und hätten Spaß daran, etwas für andere zu machen. „Landfrauen werden als Herzschlag für das Land wahrgenommen und das zu Recht“, so die Präsidentin.
Landfrauen mischten sich aber auch ein und meldeten sich zu Wort. „Wir setzen uns für echte Zukunftschancen der Frauen auf dem Land ein“, erläuterte Kuhles. Unter anderem erwarteten die Landfrauen eine zügige hochleistungsfähige und lückenlose Breitbandversorgung und die Sicherung beständiger und flächendeckender Gesundheitsfürsorge auf dem Land. Ihre Wünsche hätten die Rheinischen Landfrauen gemeinsam mit dem Westfälisch-Lippischen Landfrauenverband in der Broschüre „Kernanliegen“ zusammengestellt. Die Landfrauen setzten sich auch mit kritischen Themen auseinander, unter anderem dem Fleischkonsum.
Starkes Netzwerk
Die Präsidentin wies zudem darauf hin, dass die Landfrauen nicht nur landes-, sondern auch bundesweit ein starkes Netzwerk bildeten. Bester Beweis hierfür sei die Flutkatastrophe gewesen. „Uns haben unfassbar viele Hilfsangebote von Landfrauen aus ganz Deutschland erreicht und wir konnten dadurch viel Hilfe in den betroffenen Gebieten vermitteln.“ Hilfe ging dazu auch in den Kreis Euskirchen, der ebenfalls von der Flutkatastrophe im Juli vergangenen Jahres betroffen war. Probleme sehen und einfach machen – das sei Landfrau, stellte Kuhles fest. Sie appellierte an die Landfrauen, von den Verbandsaktivitäten anderen begeistert zu erzählen und somit neue Mitglieder zu gewinnen. Jeder könne sich dabei intensiv beim RhLV über die Landfrauenarbeit informieren. Der Landesverband sei inzwischen auf drei Kanälen unterwegs – auf Facebook, Instagram und mit einem neuen Internetauftritt.
Im Rahmen der Generalversammlung wurden auch langjährige Vorstandsmitglieder verabschiedet. RhLV-Präsidentin Jutta Kuhles ehrte Doris Felser aus Kall für ihre besonderen Verdienste und langjährige Mitarbeit für die Frauen im ländlichen Raum mit der Großen Urkunde des RhLV. Doris Felser war von 2018 bis 2021 Kreisvorsitzende der Landfrauen Euskirchen und von 2006 bis 2018 Bezirksvorsitzende von Schleiden-Kall. Für ihre geleistete Unterstützung der Vorstandsarbeit erhielt Brigitte Baum aus Dahlem, die von 2019 bis 2021 Ortsvorsitzende von Dahlem war, die Kleine Urkunde des RhLV. Ebenfalls
eine Kleine Urkunde gab es für Marie-Therese Klein aus Weilerswist, die von 2017 bis 2021 Bezirksvorsitzende der Landfrauen Euskirchen war.
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