Landfrauen im kreativen Dialog

Foto: Kathrin Fries

Endspurt bei der Finanzierung, Start in die ­kreative Gemeinschaftsphase beim Kunstprojekt „Kunst trifft LandFrau“

 

„36 ganz gespannte, hoch motivierte, hoch kreative, künstlerisch veranlagte und neugierige Landfrauen“ begrüßte Jutta Kuhles, Präsidentin des Rheinischen LandFrauenverbandes (RhLV), am Donnerstag vergangener Woche zu einer abendlichen Videokonferenz mit Inga Kruse, der Künstlerin, die gemeinsam mit den Landfrauen aus dem ganzen Rheinland ein Kunstobjekt (siehe LZ 13-2025 ab S. 52) erarbeitet. Zum einen bekamen diese den aktuellen Projektstand vorgestellt – es sind in der Crowdfunding-Kampagne auf www.startnext.com/kunst-trifft-landfrau bisher fast 13 000 € zusammengekommen. Noch bis zum 30. Juni läuft die Sammelaktion hier, bei der sich neben den Landfrauen selbst – ob persönlich oder mit den jeweiligen Orts- und Kreisverbänden – auch Unterstützer von außerhalb einbringen können.

 

Jetzt wird es konkreter

 

Das Finanzierungsziel hatten die Landfrauen in Abstimmung mit der Künstlerin auf 30 000 € festgelegt. Je nachdem, wie viel am Ende zusammenkommt, wird das Kunstwerk unterschiedlich ausgestaltet. „Ich habe mich entschieden, auf jeden Fall die Idee mit dem Tisch umzusetzen“, erklärte Inga Kruse bei dem digitalen Treffen nun. Bereits in der Zeit vor Start der Finanzierungsphase hatte sie diese Idee mit den Landfrauen erarbeitet, hatte aber noch offengelassen, ob sich das entsprechend realisieren lässt. „Ihr könnt euch sicher sein, es wird der Tisch, es werden die Stühle und das Tolle an einer Umsetzung an der Uni ist: Sie ist sehr kostengünstig“, bekräftigte die Künstlerin. Sie wird die Möglichkeiten ihrer Hochschule nutzen und hat so den direkten Draht zu den Werkstattleitern. Das ist besonders für die gleichzeitige Arbeit mit Metall und Holz wichtig, was beides eingesetzt werden soll. Mit eindrücklichem Video- und Bildmaterial zeigte sie den Teilnehmerinnen, wie diese Werkstätten aussehen und dass es „eben nicht nur eine kleine Garage mit einem Schweißgerät“ ist, wie sie es formulierte.

 

Es geht an die Inhalte

 

Das Kunstwerk werde nicht für die Landfrauen, sondern mit den Landfrauen erstellt, unterstrich Inga Kruse einmal mehr. Diese sind nicht nur rheinlandweit dazu aufgerufen, sich weiter für die Finanzierung einzusetzen, sondern wurden auch im kreativen Dialog auf die ersten Schritte der inhaltlichen Arbeit mitgenommen.

 

Als kreative Übung gab Inga Kruse den Teilnehmerinnen mehrere Fragen und dazu jeweils drei Minuten Zeit. Die dann gesammelten Gedanken und Impulse der Landfrauen sollen in die nächsten Schritte der künstlerischen Ausarbeitung einfließen. Die Fragen waren: Welche Rolle spielen Komfort, Ergonomie und Material im Alltag? Welche Sitzgelegenheiten begleiten uns täglich – vom Küchentisch bis zum Traktor? Gibt es Sitzgelegenheiten, die für euch persönlich eine besondere Bedeutung haben? Findet ihr einen gemeinsamen Nenner? Welche Symbolik/tiefere Bedeutung kann ein Sitzplatz haben (am Vorstandstisch, in der Kirche, im Wartezimmer ...)? Wer nimmt Platz – und wer bleibt (oft) außen vor?

 

Mit einem Beispiel aus ihrer Arbeit zeigte Inga Kruse auf, welcher Schatz da­rin liegen kann, zunächst mit solchen Techniken ein Thema weit zu machen. Für die Landfrauen, die an der Online-Veranstaltung nicht teilnehmen konnten, gibt es die Möglichkeit, sich über einen Link einzubringen. Dieser wird über den Hauptausschuss gestreut. Auch mit einer E-Mail an die Künstlerin kann jede Landfrau aus dem Rheinland ihre Gedanken mit in die Gestaltungsphase geben. „Die ersten Ergebnisse sind schon sehr vielversprechend“, freute sich In­dra Torres, die als Geschäftsführerin des federführenden Verbandes Rhein-Kreis Neuss-Mönchengladbach im Organisationsteam des Projekts mitarbeitet. Für tiefergehende inhaltliche Fragen werden in Kürze die Kreisverbände angefragt, wer aus ihren Reihen als sogenannte Patin für die Künstlerin zur Verfügung steht. Um hier die passenden Landfrauen zu finden, gibt es einen Steckbrief, an dem sich die Vorsitzenden orientieren können.

 

Nächste Meilensteine

 

Auf der RhLV-Delegiertenversammlung am 9. Juli werden die Ergebnisse des Beteiligungsformats erstmalig vorgestellt. Danach werden diese über den Hauptausschuss mit allen Mitgliedern geteilt. Inga Kruse hat anschließend für die künstlerische Arbeit Zeit bis zum 30. September. Dann wird ab 19 Uhr in einem Online-Termin die konkrete Ausgestaltung und Art der Mitgestaltung der Kreisverbände vorgestellt. Eine Anmeldung zu diesem besonderen Termin wird nach den Sommerferien ermöglicht und über die bekannten Kanäle beworben.

 

Den ersten Einsatz wird der Tisch mit den Stühlen auf der Landesgartenschau in Neuss im kommenden Jahr haben. Anschließend kann er von allen Verbänden des RhLV genutzt werden. Wie das konkret aussehen wird, hängt von der finalen Ausgestaltung ab. Im Hintergrund laufen aber auch hierzu schon erste Planungen.

 

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