Die Leistungen der Landwirte zur Sicherstellung der Ernährung sollten nicht unterschätzt werden. Darauf hat der geschäftsführende Vizepräsident der EU-Kommission, Frans Timmermans, beim Kongress des Rates der Junglandwirte (CEJA) hingewiesen. Dem stehe die „Panikmache einiger Akteure“ gegenüber, die vor allem im letzten Jahr davor gewarnt hätten, dass es zu einer Lebensmittelknappheit kommen würde. Dies sei aber nicht eingetreten. „Die Landwirte haben produziert und geliefert, was notwendig war“, so Timmermans.
Nach den Worten des EU-Klimakommissars ist der Green Deal „eine Notwendigkeit, um die Grundlagen der Nahrungsmittelerzeugung angesichts des fortschreitenden Klimawandels zu schützen“. An die Adresse der Junglandwirte richtete der Sozialdemokrat die Warnung, dass die Klimaveränderungen bereits jetzt beängstigend seien. „Wir hatten in den letzten Jahren die schlimmsten Dürren seit 500 Jahren.“ Es müsse sichergestellt werden, dass über einen langen Zeitraum hinweg eine nachhaltige Nahrungsmittelproduktion möglich sei. Dafür müsse auch der Schwund der Artenvielfalt bekämpft werden.
Um den Verlust der Biodiversität aufzuhalten, müsse der Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel deutlich reduziert werden, forderte Timmermans. Auf Einwände der Junglandwirte, wie dies möglich sein solle, erwiderte er, dass es mehr Alternativen zu chemischen Pestiziden geben müsse. Zudem müsse die Präzisionslandwirtschaft gestärkt werden. Konkret könnten hier neuere Informationstechnologien wie künstliche Intelligenz einen Beitrag leisten. Darüber hinaus wehrte sich der ehemalige niederländische Außenminister gegen Vorhaltungen, der Green Deal unterstütze nur die Produktion von sogenannten Premiumnahrungsmitteln. Hier müssten die Preise soweit gesenkt werden, dass der Durchschnittsverbraucher den Schritt zum verstärkten Konsum von vorwiegend biologisch erzeugten Produkten mitgehe, so sein Vorschlag.
AgE