Für die Landwirte in Deutschland ist das Wirtschaftsjahr 2021/22 gut verlaufen. Dr. Ophelia Nick, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), zeigte sich jedenfalls bei der Vorstellung der Buchführungsergebnisse der Testbetriebe ihres Hauses am Montag dieser Woche gegenüber der Presse äußerst zufrieden mit dem Einkommensanstieg in der Landwirtschaft. Immerhin sei das Einkommen je Arbeitskraft im Vergleich zum vorangegangenen Wirtschaftsjahr um 32 % auf rund 43 500 € gestiegen. „Das ist das mit Abstand stärkste durchschnittliche Ergebnis innerhalb der letzten zehn Wirtschaftsjahre“, betonte die Staatssekretärin. Die erfreulichen Buchführungsergebnisse seien eine gute Nachricht. „Und sie lassen die Betriebe durchatmen“, betonte Nick. Die Betriebe bekämen Spielraum, „um Rücklagen zu bilden oder in die Zukunft ihrer Höfe zu investieren“. Klar sei aber auch, dass „eine Schwalbe noch keinen Sommer macht“, betonte die Staatssekretärin mit Blick auf die wirtschaftliche Lage in der Landwirtschaft.
In dem Zusammenhang bekräftigte die Grünen-Politikerin das Ziel der Bundesregierung, die Landwirtinnen und Landwirte künftig stärker für ihre Leistungen im Tier- und Klimaschutz zu entlohnen und ihnen damit eine solide Einkommensquelle zu erschließen. „Wir arbeiten mit Hochdruck am Umbau der Tierhaltung, verstärken unser Engagement für den Öko-Landbau und setzen darauf, dass bei der EU-Agrarförderung die Reise in Richtung „öffentliches Geld für öffentliche Leistungen geht“, versicherte die Staatssekretärin.
Im Wirtschaftsjahr 2021/22 hat sich das Einkommen beziehungsweise der Gewinn in den einzelnen Betriebsformen unterschiedlich entwickelt. Nach Angaben des Ministeriums schnitten die Milchviehbetriebe im Wirtschaftsjahr 2021/22 überdurchschnittlich ab mit einem Plus von 63,6 % beziehungsweise 54,5 % bei Gewinn und Einkommen. Die Veredelungsbetriebe konnten ihren Gewinn um 60,5 % steigern und das Einkommen um 43,3 %. Die Ackerbaubetriebe verzeichneten ein Plus beim Gewinn von 39,9 % und beim Einkommen von 33,8 %. Damit rangierten die Ackerbaubetriebe mit einem Gewinn von fast 94 000 € je Unternehmen vor den Milchviehbetrieben mit rund 92 700 €. Die Veredelungsbetriebe kamen 2021/22 lediglich auf etwa 60 000 €. Vom guten Ergebnis der Futterbaubetriebe, das im Vergleich zum Vorjahr um 50,2 % gesteigert werden konnte, haben vor allem die Länder Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen profitiert. Noch im letzten Wirtschaftsjahr hatten diese beiden Länder durch die Verluste der Veredlungsbetriebe die deutlichsten Gewinnrückgänge zu verzeichnen. Für Niedersachsen betrugen die Gewinnzuwächse der Futterbaubetriebe durchschnittlich 129 % und für Nordrhein-Westfalen 138 %.
AgE/el