Landwirte zum Wandel bereit

Foto: Detlef Steinert

„Wandel braucht Verlässlichkeit“ war das Motto des Deutschen Bauerntages am Mittwoch und Donnerstag vergangener Woche in Schkeuditz bei Leipzig. Rund 500 Delegierte aus ganz Deutschland trafen sich beim „höchsten Bauernparlament“, bei dem es um nichts Geringeres als die Zukunft der Landwirtschaft ging.

Die Bereitschaft der Branche zum Wandel hat den Deutschen Bauerntag in Schkeuditz bei Leipzig in der vergangenen Woche bestimmt. „Wir wollen Veränderungen“, betonte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, in seiner Grundsatzrede am Mittwoch vergangener Woche. Voraussetzungen seien allerdings politische Verlässlichkeit in den Umbruchzeiten sowie Wertschätzung für die bereits erzielten Fortschritte. „Ich wünsche mir Anerkennung für das, was wir bereits geleistet haben“, so Rukwied. Er warnte vor überzogenen Anforderungen an die Landwirtschaft und zeigte sich besorgt über die Gefahr, dass zunehmend urbane Milieus Einfluss auf die landwirtschaftliche Produktion nehmen wollten. Dem gelte es, mit „klarer Kante“ gegenüber existenzgefährdenden Forderungen, aber auch mit Diskussionsbereitschaft entgegenzutreten. Ziel müsse es sein, „die grüne Welle mitzugestalten“.

Rukwied verwies in seiner Bauerntagsbilanz auf ein gestiegenes Bewusstsein der Landwirte für notwendige Veränderungen. „Die Offenheit der Mitglieder hat deutlich zugenommen“, sagte der DBV-Präsident und verwies auf die Entwicklung seit dem Bauerntag 2015 in Erfurt, bei dem man unter dem Motto „Veränderung gestalten“ erstmals den anstehenden Wandel thematisiert habe. Das diesjährige Treffen habe eine andere Diskussionskultur gezeigt. Dafür sei nicht zuletzt die Debatte um die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) nach 2020 ein Indiz.

Rukwied bekräftigte seine Einschätzung, dass die künftige GAP „grüner“ werden müsse. Anderenfalls werde die Neugestaltung in Deutschland nicht konsensfähig sein. Dies werde inzwischen von den Bauernverbandsdelegierten ebenso mitgetragen wie die Notwendigkeit, mehr für die Artenvielfalt zu tun. „Wir sagen Ja zu den erforderlichen Veränderungen und gehen den eingeschlagenen Weg weiter“, betonte der DBV-Präsident in seiner Grundsatzrede. Nachdem mit der Anlage von bundesweit insgesamt 235 000 km Blühstreifen in 5 m Breite im Rahmen der Agrarumweltprogramme bereits erhebliche Fortschritte erreicht worden seien, gehe es nunmehr darum, die Ansätze des gemeinsam mit der Michael-Otto-Stiftung und dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) entwickelten Projekts „Für Ressourcen, Agrarwirtschaft & Naturschutz mit Zukunft“ (F.R.A.N.Z.) „in die Breite“ zu tragen. Artenvielfalt werde damit zur Aufgabe für jeden Betrieb, so Rukwied abschließend (mehr dazu im Kasten auf dieser Seite).AgE/ah