Den Emissionshandel auf alle Bereiche einschließlich der Landwirtschaft auszuweiten, forderte Prof. Hermann Lotze-Campen vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) vergangene Woche beim Forum „Klimaanpassung und Klimaschutz“, das der Deutsche Bauernverband (DBV) und die Deutsche Vernetzungsstelle Ländliche Räume (DVS) vergangene Woche in Berlin ausgerichtet haben. Die Kohlenstoffbindung im Boden und der Humusaufbau würden eine Chance für die Landwirtschaft im Klimawandel darstellen. Lotze-Campen hält es nicht für möglich, dass freiwillige Maßnahmen der Wirtschaft ausreichen, um den Klimawandel auf 1,5 °C Erderwärmung zu begrenzen. Insgesamt sei für dieses Ziel eine
Netto-Nullemission nötig. Alles, was nicht vermieden werden könne, müsse kompensiert werden. Nach Ansicht des Wissenschaftlers würde ein CO2-Preis von 300 € bis 400 € je t im Rahmen des Emissionshandels für „ehrliche Endverbraucherpreise“ sorgen. Er nehme die Konsumenten in Mitverantwortung und gebe eindeutige Produktionsanreize für die Produzenten. Da die Emissionen in der Landwirtschaft hauptsächlich aus der Tierhaltung stammen, müsse man laut Lotze-Campen ehrlich über „extrem tierarme“ Produktionssysteme reden.
Seitens des DBV erklärte Generalsekretär Bernhard Krüsken: „Landwirte sind Hauptbetroffene des Klimawandels und tragen gleichzeitig die Verantwortung, die Ernährung für die Bevölkerung sicherzustellen.“ Maßnahmen zur Anpassung der Landwirtschaft an den Klimawandel seien von zentraler Bedeutung für die Versorgungs- und Existenzsicherung sowohl der landwirtschaftlichen Betriebe als auch der gesamten Gesellschaft. Weitere Referenten des Forums waren unter anderem Dr. Hanns-Christoph Eiden, Präsident der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), sowie Bernt Farcke, Leiter Unterabteilung Nachhaltigkeit und nachwachsende Rohstoffe im Bundeslandwirtschaftsministerium. AgE