Landwirtschaft ist Küstenschutz

Foto: Petra Jacob

Die Rinder von Bauer Thies Paulsen kommen im Sommer als Pensionsvieh auf die Hallig Oland – das geht nur bei Ebbe durch das nordfriesische Wattenmeer hindurch.

 

„Diesen Viehtrieb gibt es nirgends sonst, das ist einmalig auf der Welt“, kommt Landwirt Thies Paulsen (49) ins Schwärmen. Er ist einer, der mit seiner Begeisterung und gewinnenden Art die Menschen ansteckt. Seit rund 20 Jahren bringt der blonde Nordfriese einen Teil seiner Rinder in den warmen Monaten als Pensionsvieh auf die Hallig Oland. Das geht nur zu Fuß und bei Ebbe durch das Wattenmeer – mithilfe von Nachbarn, Freunden und Interessierten. Über ein Dutzend hatten sich Mitte Mai bei herrlichem Sonnenschein am Deich südlich von Dagebüll eingefunden, um beim Treiben zu helfen.

 

Wattwandern mit Vieh

 

Eine Kuh und 14 Färsen sind diesmal von Thies Paulsen ausgewählt worden, um den Sommer auf den Salzwiesen von Oland zu verbringen. Am späten Nachmittag werden sie auf seinem Hof im 30 km entfernten Drelsdorf auf zwei Anhänger verladen. Zu seinem Betrieb gehören 300 Rinder mit Nachzucht, darunter 90 Milchkühe und 140 ha Fläche für Grünland und Futterbau. Das Verladen erfordert viel Geduld. „Nur eines der Rinder war schon mal auf Oland“, kommentiert Thies die Aktion. „An so einem Tag muss einfach alles passen, Mitarbeiter sind da, genug Treiber, das Wetter, es darf nicht zu windig sein, kein Gewitter und auf der Hallig steht das Gras hoch genug. Das alles noch mal organisieren zu müssen, wäre überhaupt nicht gut.“ Auch deshalb hat er zwei Traktoren im Einsatz, falls einer ausfällt, wie er sagt. Am Steuer sitzen Mitarbeiter Niclas und Thies' Sohn Lars.

 

Mehr in LZ 32-2025 ab S. 50.

 

Petra Jacob