Landwirtschaft verliert immer mehr Fläche

Der Wald rückt immer näher. Im vergangenen Jahr nahm er sich täglich 13,6 ha. Sein Anteil beträgt aktuell 26 % an der Gesamtboden- fläche Nordrhein-Westfalens. Foto: agrar-press

2015 bescherte NRW eine tägliche Abnahme der landwirtschaftlichen Nutzfläche von 23 ha. Das entspricht der Größenordnung eines durchschnittlichen Nebenerwerbsbetriebes. Mit 48,3 % Anteil an der Bodenfläche erreichte sie ein Rekordtief. Siedlungs- und Verkehrsflächen nahmen täglich um 9,3 ha zu, hier zeichnete sich jedoch ein rückläufiger Flächenverbrauch ab. Der Wald wuchs im vergangenen Jahr täglich um 13,6 ha und trägt jetzt einen Anteil von 26 % an der Gesamtfläche. Diese Entwicklung geht aus Zahlen des Landesbetriebes Information und Technik hervor, die auf Flächengrößen der Katasterämter basieren. Jürgen Boerman und Ute Bodin, Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, haben die Zahlen analysiert.

Acker und Grünland sind die wichtigsten Produktionsgrundlagen für die Nahrungsmittelproduktion und werden als Landwirtschaftsfläche ausgewiesen. Diese besteht zu 98 % aus landwirtschaftlicher Nutzfläche und beinhaltet weitere gartenbaulich genutzte Ländereien sowie Moor-, Heide- und Brachflächen. Rückblickend sank der Flächenverbrauch landwirtschaftlicher und gartenbaulicher Nutzfläche 2011 auf ein erfreuliches Tief von 11 ha je Tag, nahm jedoch in den vergangenen Jahren kontinuierlich zu und erreichte 2015 beachtliche 22,8 ha, die einen landesweiten Flächenverlust für die Landwirtschaft und den Gartenbau in Höhe von 8 320 ha bedeuteten. Bleibt zu hoffen, dass es sich dabei um eine kurzfristige, nicht fortschreitende Entwicklung handelt. In den zurückliegenden 20 Jahren nahm die Landwirtschaftsfläche in einer Spanne von täglichen 7 bis 29 ha ab, durchschnittlich 17 ha pro Tag.

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