Manch einer mag sich während der Fußballweltmeisterschaft in Katar gewundert haben, warum sich walisische Fußballfans als überdimensionale Lauchgewächse verkleidet hatten. Am 1. März feiern die Waliser den St. David’s Day zu Ehren des walisischen Schutzpatrons. Dann stecken sie sich eine Lauchstange aus Filz als Anstecknadel ans Revers. „Als ich in die Schule ging, war das noch essbarer Lauch, den wir uns da mit einer Sicherheitsnadel an der Schuluniform festmachten“, lacht Mark Williams, der den Souvenirladen The Welsh Shop in Swansea betreut. „Der Lauch war ziemlich groß und unpraktisch für uns Kinder – doch wenn die Schule dann aus war, haben wir das Gemüse aufgegessen“, schmunzelt er. Auf allem, was er anbietet, prangt eine walisische Flagge, ob Fußballshirts, Henkeltassen oder Küchentuch. Diesmal steht auch ein Körbchen mit Anstecknadeln mit Lauchzwiebeln aus Filz zu je 1,50 £ (1,70 €) bereit.
Der heilige David lebte im 6. Jahrhundert und war ein Prediger, der den christlichen Glauben unter die Kelten brachte. Er gilt als Symbolfigur des walisischen Widerstandes gegen die Angelsachsen. Einer Legende nach soll er den Soldaten vor einer Schlacht empfohlen haben, sich Lauch an die Helme zu stecken, um die eigenen Soldaten leichter zu erkennen. Am St. David’s Day zeigen die Waliser bis heute ihren Patriotismus. Sie tragen dazu nicht nur Lauch, sondern auch Tracht und es gibt Paraden und Ansprachen – und die Soldaten des walisischen Regiments stecken sich an diesem Tag bis heute ein Stück essbaren Lauch an ihre Mützen.
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