Die klassischen Haltungsformen in der landwirtschaftlichen Tierhaltung haben in den vergangenen zehn Jahren in Deutschland an Bedeutung hinzugewonnen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Basis von endgültigen Daten der Landwirtschaftszählung mitteilte, wurden am Stichtag 1. März 2020 rund 83 % der Rinder im Laufstall und 79 % der Schweine auf Vollspaltenboden gehalten. Vor zehn Jahren hatten diese Anteile noch bei 74 % beziehungsweise 67 % gelegen. Bei der Haltung von Legehennen dominierte mit einem Anteil von 65 % weiterhin die Bodenhaltung; das war etwa ebenso viel wie 2010. Anfang März 2020 gab es laut der Wiesbadener Statistiker noch 99 300 Betriebe, die ihre Rinder in Stallungen hielten. Die Zahl der Haltungsplätze verringerte sich innerhalb einer Dekade um 2,6 Mio. oder 18 %. Den deutlichsten Rückgang verzeichnete dabei die Anbindehaltung mit 1,9 Mio. oder 62 % auf 1,1 Mio. Plätze, was einem Anteil von 10 % aller Haltungsformen entspricht. Weitere 7 % entfielen auf andere Haltungsverfahren wie beispielsweise Kälberiglus. Rund 7 % aller Haltungsplätze hatten 2020 einen Zugang zu einem Laufhof. Außerdem konnten 3,6 Mio. Rinder – das waren 31 % des Gesamtbestandes – auf Weiden grasen. Zehn Jahre zuvor lag dieser Wert noch bei 37 %. Zur Erhebung im März 2020 gab es laut Destatis bundesweit 34 800 schweinehaltende Betriebe mit rund 27,8 Mio. Stallhaltungsplätzen. Im Jahr 2010 waren es noch 65 200 Betriebe mit 28,5 Mio. Plätzen.