Sara Poensgen aus Eschweiler hat als Quereinsteigerin vor 13 Jahren angefangen, Pinzgauer zu züchten. Seitdem ist ihr Kuhbestand immer weiter gewachsen, denn die Herdbuchzüchterin möchte die vom Aussterben bedrohte Rasse erhalten. Dabei setzt sie auf Hörner und klare Zuchtziele. LZ-Redakteurin Katrin Bremer-John hat Poensgen und ihre Pinzgauer besucht.
„Ohne Kühe kann ich nicht mehr, mich gibt’s nur mit Kühen“, stellt Sara Poensgen klar. Das war nicht immer so, denn sie kommt nicht aus der Landwirtschaft und ist keine gelernte Landwirtin, aber vor 13 Jahren auf die Kuh gekommen. Da hat alles mit drei Pinzgauern angefangen, mittlerweile hält Sara Poensgen 45 Herdbuchtiere. „Ich war immer sehr interessiert an Kühen und irgendwie hat mich das nie losgelassen. Dann habe ich in Stolberg auf einer Wiese eine Kuh gesehen, die – wie ich heute weiß – keine Pinzgauer war. Aber ich habe dann gegoogelt und bin auf die Pinzgauer gekommen.“ Diese Rasse hat die heute 45-Jährige fasziniert, sodass sie sich weiter darüber informierte. Als sie dann mit Freunden, die Kühe hatten, auf eine Kuhschau gefahren ist, hat sie drei Pinzgauer mit nach Hause gebracht. „Ich hatte natürlich nicht viel Ahnung, also das war schon waghalsig“, sagt sie rückblickend. Untergebracht wurden die Kühe zunächst in einem Reitstall, in dem zuvor ihr Pferd gestanden hatte.
Herde ist stetig gewachsen
Als dann die ersten Kälber geboren wurden, war es allerdings an der Zeit, nach einem anderen Stall zu suchen. Deshalb schaltete Sara Poensgen eine Anzeige in der LZ, auf die sich jemand aus Merken meldete und ihr einen Stall anbot. Dort verbrachten die Tiere der Herdbuchzüchterin die nächsten fünf Jahre und sie lernte in der Zwischenzeit ihren heutigen Mann kennen, der gelernter Landwirt ist und ihre Leidenschaft für Kühe teilt. „Wir haben uns im Melkstand kennengelernt“, erzählt sie.
Vor acht Jahren ist sie dann mit der stetig wachsenden Pinzgauer Herde auf einen gepachteten Hof nach Dürwiß gezogen. Doch das sollte nicht der letzte Umzug bleiben. Seit Ende des vergangenen Jahres stehen die Kühe in einem größeren Stall auf einem Betrieb am anderen Ende von Eschweiler. Den ehemaligen Milchviehstall haben Poensgens zuvor umgebaut, um ihn an die Bedürfnisse ihrer Mutterkuhherde anzupassen. Im hinteren Teil wurde ein Strohliegebereich eingerichtet und der Stall wurde in mehrere Abteile aufgeteilt. Er bietet so viel Platz, dass in Zukunft auch die eigene Nachzucht großgezogen werden kann. „In den letzten zehn Jahren habe ich insgesamt 30 Kühe aus Österreich zugekauft, das soll aber langfristig nicht das Ziel sein“, erläutert Sara Poensgen. Die Kühe, die sie zugekauft hat, stammen fast alle aus Milchlinien der Zweinutzungsrasse. Im Zuge des Umzugs hatte die Kuhliebhaberin auch kurzzeitig überlegt, mit ihren Tieren in die Milchproduktion einzusteigen und sie zu melken. Aufgrund des Arbeitsaufwands hat sie sich dann allerdings dagegen entschieden.
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